Einen Tag nach dem Inkrafttreten strenger Wasserspar-Verbote in München ist der Trinkwasserverbrauch in der bayerischen Landeshauptstadt deutlich zurückgegangen. Wie ein Sprecher der Stadtwerke München auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sank der Verbrauch am Mittwoch auf unter 330 Millionen Liter und bewegte sich damit wieder im durchschnittlichen Bereich.
Extreme Hitzetage trieben Verbrauch in die Höhe
Während der Hitzetage Ende Juni hatte der tägliche Verbrauch noch bei rund 400 Millionen Liter gelegen. Ursache war ein ungewöhnlich trockenes Frühjahr, in dem sich nur wenig Trinkwasser bilden konnte. Um die Wasserversorgung zu sichern, erließ die Stadt München am Dienstag eine Allgemeinverfügung mit sofortigen Verboten.
Seitdem ist es untersagt, private Pools zu befüllen, Rasen zu sprengen oder Wasser aus Seen und Flüssen abzupumpen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Die Regelung gilt nicht nur in München selbst, sondern auch in sieben Umlandgemeinden, die von den Münchner Stadtwerken mitversorgt werden: Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching.
Stadtwerke sehen Verhaltensänderung, aber keine Entwarnung
Der gesunkene Verbrauch zeige „auf jeden Fall eine Änderung im Nutzungsverhalten“, so der Stadtwerke-Sprecher. Allerdings schränkte er ein: „Inwieweit dies durch die Regelungen der Allgemeinverfügung oder auch durch einen Rückgang des Bedarfs aufgrund der vereinzelten Niederschläge bedingt ist, lässt sich für uns nicht im Detail nachvollziehen.“
Die Task Force der Stadt zum Wassersparen werde die weitere Entwicklung des Wasserverbrauchs sowie die Lage bei der Wassergewinnung daher weiter sorgfältig beobachten, „um gegebenenfalls über eine Anpassung der Maßnahmen zu entscheiden“. Die Verbote gelten nach Angaben der Stadt zunächst bis zum 1. August, es sei denn, sie werden vorher widerrufen. Bei andauernder Trockenheit ist eine Verlängerung möglich.
Hintergrund: Trockenheit und steigender Bedarf
Der erlassene Maßnahmenkatalog ist eine Reaktion auf die anhaltende Trockenheit, die die Grundwasserneubildung beeinträchtigt. Nach dem trockenen Frühjahr hatten die Stadtwerke bereits frühzeitig zu sparsamem Umgang mit Wasser aufgerufen. Die nun verhängten Bußgelder sollen die Einhaltung der Verbote sicherstellen und eine weitere Überlastung des Trinkwassernetzes verhindern.



