Feuerwehr bekämpft Glutnester: Hohe Waldbrandgefahr in Bayern
Feuerwehr löscht Glutnester: Hohe Waldbrandgefahr in Bayern

In Bayern sind die Feuerwehren am Wochenende erneut zu mehreren Wald- und Wiesenbränden ausgerückt. Besonders schwierig waren Einsätze mit Glutnestern, die sich unter der Oberfläche ausgebreitet hatten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor hoher Waldbrandgefahr – die Warnstufe liegt in vielen Landkreisen bei 4 von 5.

Glutnester sorgen für stundenlange Einsätze

Schon früh am Morgen wurden die Leitstellen in mehreren Regionen auf Rauch und Flammen aufmerksam. In einem Fall hatte sich das Feuer in einem entwurzelten Baumstamm festgefressen und schwelte unerkannt weiter. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an und öffnete die Wurzelbereiche, um das Glutnest zu erreichen. Statt allein mit Wasser zu löschen, setzten die Kräfte Wärmebildkameras ein, um versteckte Hitzeherde zu finden. Anschließend wurden die betroffenen Flächen großzügig befeuchtet und über mehrere Stunden kontrolliert.

Auch in einem anderen Landkreis war die Lage zeitweise angespannt. Dort hatte sich ein Feuer an einem Feldrain ausgebreitet. Die Einsatzkräfte mussten mit schwerem Gerät anrücken, um die Glutnester unter der Erde zu entkernen. Immer wieder schlugen Flammen aus den Erdspalten hervor, die sofort abgelöscht wurden. Nach rund drei Stunden meldete die Einsatzleitung den Brandsteller als gelöscht.

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Warum die Gefahr heuer so groß ist

Die Waldbrandgefahr in Bayern ist eine Folge einer langen Trockenperiode. Bereits im Winter fiel weniger Niederschlag als üblich. Der Frühling brachte kaum Regen, und die anhaltende Hitze im Sommer hat den Wasserhaushalt der Böden drastisch reduziert. In vielen Wäldern liegt vertrocknetes Laub und Totholz – ideale Brennstoffe. Der Deutsche Wetterdienst beobachtet, dass die Waldbrandsaison in Deutschland in den letzten Jahren immer früher beginnt und länger dauert.

Hinzu kommt der Klimawandel. Höhere Durchschnittstemperaturen und häufigere Extremwetterlagen erhöhen das Risiko von Flächenbränden. Laut Experten werden Wälder in Bayern künftig häufiger von Dürreperioden betroffen sein. Das stellt die Behörden vor neue Herausforderungen – sowohl bei der Prävention als auch bei der Brandbekämpfung.

Waldbrandgefahr bleibt auf hohem Niveau

Der Deutsche Wetterdienst hat für weite Teile des Freistaats die Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5 ausgegeben. In einigen besonders trockenen Regionen kann lokal sogar die höchste Stufe 5 erreicht werden. Grund ist die anhaltende Trockenheit, die den Boden bis in tiefere Schichten austrocknen ließ. Der Waldbrandgefahrenindex des DWD wird auf Basis von Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag berechnet.

Für die Feuerwehren bedeutet das erhöhte Alarmbereitschaft. Auch die Forstbehörden beobachten die Lage genau. In betroffenen Gebieten gelten teilweise Betretungs- und Parkverbote für Wälder, um das Risiko weiterer Brände zu minimieren.

Technik und Ausrüstung der Feuerwehr

Bei Waldbränden setzen die Feuerwehren spezielles Gerät ein. Tanklöschfahrzeuge bringen große Wassermengen an schwer zugängliche Stellen. Löschrucksäcke und Handwerkzeuge wie Feuerpatschen und Fräsen ermöglichen ein schnelles Eingreifen am Boden. Für die Erkundung werden zunehmend Drohnen genutzt. Mit Wärmebildkameras aus der Luft können Glutnester auch in unwegsamem Gelände entdeckt werden.

Die Ausbildung der Einsatzkräfte berücksichtigt die Besonderheiten von Vegetationsbränden. Dazu gehört das Verständnis für das Verhalten von Glutnestern und die richtige Taktik, um die Ausbreitung unter der Erde zu stoppen. Die Feuerwehren üben regelmäßig das Löschen von Flächenbränden, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

So schützen Sie den Wald

Die Behörden appellieren an alle Waldbesucher, auf ein umsichtiges Verhalten zu achten. Schon eine weggeworfene Zigarette kann einen verheerenden Brand auslösen. Insbesondere in Gebieten mit hoher Waldbrandgefahr sollten folgende Regeln beachtet werden:

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  • Keine offenen Feuer im Wald oder in unmittelbarer Waldnähe entzünden.
  • Keine Zigaretten oder andere glimmende Gegenstände wegwerfen.
  • Nicht auf trockenem Gras oder auf Waldparkplätzen in der Nähe von trockener Vegetation parken.
  • Feuerwehr- und Rettungswege stets freihalten.
  • Rauchentwicklung oder Brandgeruch sofort unter Notruf 112 melden.

Kontrollen auch nach dem Löschen

Die Arbeit der Feuerwehr ist mit dem Löschen der sichtbaren Flammen nicht beendet. Gerade Glutnester erfordern eine lange Nachsorge. Noch Stunden später können sich an der Oberfläche erneut Rauchwolken bilden. Deshalb bleiben die Einsatzkräfte noch mehrere Stunden mit einem Löschfahrzeug und Wärmebildkamera vor Ort. In manchen Fällen wird eine Brandwache eingerichtet, die über Nacht die Temperatur der Fläche überwacht.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet vorerst mit keiner Entspannung. Für die kommenden Tage sind keine nennenswerten Niederschläge in Sicht. Die Waldbrandgefahr in Bayern bleibt also auf einem hohen Niveau. Die Feuerwehren stehen bereit, um auch im Notfall schnell reagieren zu können.