Flughafen München versteigert Fundsachen beim Volksfest in Dorfen
Flughafen München versteigert beim Volksfest in Dorfen

Ein besonderer Anziehungspunkt kehrt beim diesjährigen Volksfest in Dorfen zurück: Der Flughafen München versteigert wieder Fundsachen aus den Terminals, Flugzeugen und Bussen. Die Veranstaltung hat sich im Landkreis Erding inzwischen zu einer Tradition entwickelt und lockt Jahr für Jahr zahlreiche Schaulustige und Schnäppchenjäger an.

Was wird versteigert?

Das Angebot reicht von alltäglichen Dingen wie Regenschirmen, Sonnenbrillen und Kleidung über Elektronik wie Smartphones, Tablets und Kopfhörern bis hin zu kuriosen Gegenständen, die Reisende beim Check-in oder im Sicherheitsbereich zurückließen. Immer wieder finden sich darunter auch außergewöhnliche Stücke wie ein Surfbrett, eine Zahnprothese oder sogar ein Rollstuhl. Jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte – und manche davon sind mit einem liebgewonnenen Erinnerungsstück verbunden, das niemand mehr abholte.

Die Versteigerung richtet sich an alle, die Freude am Entdecken haben oder auf der Suche nach einem günstigen Ersatzteil sind. Die Startpreise liegen meist niedrig, sodass die Bietgefechte für Unterhaltung sorgen. Ein großer Andrang ist erfahrungsgemäß garantiert.

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So läuft die Versteigerung ab

Sämtliche Fundsachen, die nicht innerhalb der gesetzlichen Frist von sechs Monaten abgeholt wurden, können in Dorfen ersteigert werden. Vor der Auktion werden die Gegenstände in einem Zelt oder einer Halle auf dem Festgelände präsentiert, damit sich die Interessierten in Ruhe einen Überblick verschaffen können. Die Auktion selbst übernimmt ein professioneller Auktionator, der für Stimmung und manche Überraschung sorgt.

Bezahlt werden kann vor Ort in bar; bei höheren Beträgen ist auch die Kartenzahlung möglich. Einige Artikel kommen direkt unter das Dach der Auktion, während andere in Losen zusammengefasst sind. So ergatterte etwa ein Angler ein ganzes Set Angelruten für einen Bruchteil des Neupreises.

Rund 15.000 Fundstücke pro Jahr

Der Flughafen München ist einer der verkehrsreichsten Deutschlands. Bei rund 40 Millionen Passagieren jährlich ist es kein Wunder, dass immer wieder Gegenstände vergessen werden. Im Fundbüro des Airports werden täglich neue verlorene Dinge abgegeben. Die Bandbreite ist beachtlich: Sie reicht vom einzelnen Schlüssel über teure Fotokameras bis hin zum kompletten Rollkoffer.

Viele Besitzer melden sich nach kurzer Zeit und erhalten ihr Eigentum zurück. Rund zwei Drittel der Fundstücke finden so ihren Weg zum Eigentümer. Alle übrigen Gegenstände werden nach einer Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten versteigert. Die Auktion in Dorfen ist damit die letzte Station für Dinge, die niemand mehr vermisst.

Ein Höhepunkt für den guten Zweck

Der Flughafen München veranstaltet die Auktion nicht aus Profitgier. Alle Einnahmen kommen sozialen Einrichtungen und gemeinnützigen Projekten in der Region zugute. In den vergangenen Jahren wechselten so bereits mehrere tausend Euro den Besitzer und wurden unter anderem an Tafeln, Kinderhilfsorganisationen oder Kulturvereine gespendet.

Nach Angaben des Flughafens ist die Auktion beim Volksfest in Dorfen eine von mehreren Aktionen, um Fundsachen einer sinnvollen Wiederverwendung zuzuführen. Ergänzend zu den stationären Fundbüros gibt es eine Online-Plattform, auf der Fundstücke beschrieben sind, sodass Eigentümer sie bereits vorab identifizieren können.

Mit Erfahrung und Pragmatismus zum Zuschlag

Wer beim Bieten erfolgreich sein möchte, sollte sich vorab über die angebotenen Positionen informieren. Die Besichtigung am Auktionstag bietet dazu Gelegenheit. Einige Bieter nutzen den Moment, um technische Geräte zu prüfen – soweit dies möglich ist. Grundsätzlich gilt: Die Artikel werden unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft. Umtausch ist nicht möglich. Das schreckt erfahrene Auktionsteilnehmer jedoch nicht ab. Im Gegenteil: Gerade das Ungewisse macht den Reiz aus.

Neben den großen Auktionen für Fundsachen gibt es übrigens auch Sonderversteigerungen von Fahrrädern und besonderen Kofferstücken. Diese Termine werden auf der Internetseite des Flughafens bekannt gegeben. Für Dorfen ist die Veranstaltung aber das Flaggschiff – kein anderes deutsches Flughafen-Fundbüro versteigert auf einem Volksfest.

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Was Interessierte wissen müssen

Die Teilnahme ist öffentlich und kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ein gültiger Ausweis kann aber bei der Abholung eines ersteigerten Gegenstands verlangt werden. Der Besuch lässt sich bequem mit einem Ausflug zum Volksfest verbinden: Vom Karussell bis zur Bratwurst ist für Unterhaltung und Verpflegung gesorgt.

Für alle, die unterwegs Sachen verlieren, gibt es am Flughafen München ein Zentralfundbüro in Terminal 1. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzeichnen jeden Fund und stehen mit den Eigentümern in Kontakt. Wer nach einer Reise feststellt, dass etwas fehlt, kann online eine Verlustmeldung aufgeben.

Die Versteigerung in Dorfen ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus scheinbar verlorenen Gegenständen noch etwas Gutes entstehen kann. Die Mischung aus Trödelmarkt und Volksfeststimmung macht die Veranstaltung zu einem Erlebnis für die ganze Familie.