Stilles Gedenken an Laura Dahlmeier: Ein Jahr nach dem Bergunfall
Stilles Gedenken an Laura Dahlmeier ein Jahr nach dem Unfall

Ein Jahr nach dem tödlichen Bergunfall der Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier im Karakorum-Gebirge ist die öffentliche Aufmerksamkeit abgeflaut. Geblieben ist eine stille Form des Gedenkens – und die Erinnerung an eine Frau, die für ihre Familie und Freunde mehr war als eine erfolgreiche Profisportlerin.

Ein Jahr danach: Stille Anteilnahme

Im Laura-Dahlmeier-Park in Garmisch-Partenkirchen zeugen Blumen, Kerzen und Menschen, die einen Moment stehenbleiben, von der ungebrochenen Anteilnahme. Der Jahrestag ist für die Angehörigen jedoch eine private Angelegenheit. „Die Familie hält sich still. Wir sind froh, dass der Hype nach unten gegangen ist, dass ein bisschen Ruhe eingekehrt ist“, sagt Vater Andreas Dahlmeier der dpa. „Wir sind müde.“ Den Todestag werde die Familie im kleinen Kreis begehen. Eine öffentliche Gedenkveranstaltung ist nicht geplant.

Der Laura-Dahlmeier-Park als Ort der Erinnerung

Der Park direkt neben dem Skiclub Partenkirchen – Dahlmeiers sportliche Heimat – wurde im Februar offiziell nach der Ausnahmesportlerin benannt. Hunderte Kerzen bildeten damals eine symbolische Loipe im Schnee, in Erinnerung an die sportlichen Erfolge der zweifachen Biathlon-Olympiasiegerin und siebenmaligen Weltmeisterin. Ein Foto und eine an einem Felsen angebrachte Tafel erinnern dort an die begeisterte Bergsteigerin. Den Felsen hat ihre Mutter Susi Dahlmeier ausgesucht. Wegen der vielen Kerzen kam es während der Hitzewelle sogar zu einem kleinen Brand, der jedoch ohne Schäden blieb. „Es ist eine richtige Pilgerstätte geworden“, sagt Andreas Dahlmeier. Dahlmeiers Eltern haben Frieden damit geschlossen, dass der Leichnam ihrer Tochter in den Bergen Pakistans fernab der Heimat bleibt. „Ich glaube, das ist der schönste Friedhof, den es für die Laura gibt. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Das war sie und das ist sie“, sagte Susi Dahlmeier bei der Feier zur Parkbenennung.

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Der Unfall am Laila Peak

Am 28. Juli vergangenen Jahres war die 31-Jährige mit ihrer Seilpartnerin am knapp 6.100 Meter hohen Laila Peak unterwegs, als sie beim Abseilen auf einer Höhe von 5.700 Metern von Steinschlag getroffen wurde. Wahrscheinlich war Dahlmeier, die ausgebildete Bergführerin und Mitglied der Bergwacht war, sofort tot. Die beiden Frauen waren wegen schwieriger Verhältnisse vor dem Gipfel umgekehrt. Rettungs- und spätere Bergungsversuche, an denen unter anderem der mit Dahlmeier befreundete Extremkletterer Thomas Huber beteiligt war, scheiterten. Auch in Pakistan erinnert man sich an Dahlmeier. Der Gepäckträger Baqir Ali, der an einer Bergungsaktion beteiligt war, sagte der dpa: „Es war eine der Rettungsaktionen in meinem Leben, die erfolglos geblieben ist. Selbst jetzt denke ich manchmal an sie und es läuft mir ein Schauer über den Rücken.“

Dahlmeiers Vermächtnis

Thomas Huber, derzeit wieder im pakistanischen Choktoi-Gebiet unterwegs, sagte der dpa: „Es fühlt sich manchmal an, als wäre es erst gestern gewesen, und sie ist immer noch in unserem Leben, so präsent. Es ist wie so ein Echo, das nachhallt, ihre Stimme und das, was sie gesagt hat. Das sollte allen eigentlich Mut geben, das Leben zu leben.“ Er betonte, dass Dahlmeier die Natur mit großer Demut erlebt habe und stets wusste, dass zum Alpinismus auch Risiken gehören. Weggefährten wünschen sich, dass sie nicht allein mit ihrem tragischen Tod in Erinnerung bleibt, sondern vielmehr mit ihrer Lebensfreude, Entschlossenheit und Begeisterung für die Berge. Die Familie drückte es vor einem Jahr so aus: „Laura hat mit ihrer herzlichen und geradlinigen Art unser Leben und das Leben vieler bereichert. Sie hat uns vorgelebt, dass es sich lohnt, für die eigenen Träume und Ziele einzustehen und sich dabei immer treu zu bleiben.“

Huber wird am Jahrestag nicht auf einen Berg gehen. „An dem Tag, als Laura diesen Unfall hatte, werden wir mit Sicherheit nicht versuchen, auf den Berg zu gehen, sondern innehalten und ihrer gedenken.“ Es gelte, an Dahlmeiers Botschaft zu erinnern: „Hey, das Leben ist so fragil.“ Das Leben sei ein Geschenk – und das solle man „wirklich feiern, zelebrieren“. Dazu gehörten für ihn wie für Laura Dahlmeier die Berge.

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