Der Berliner Senat hat eine mögliche Strecke für eine Magnetschwebebahn im Westen der Stadt identifiziert. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, soll eine Verbindung zwischen dem Stadtteil Spandau und der künftigen Urban Tech Republic (UTR) auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel näher untersucht werden. Der Flughafen wurde 2020 geschlossen.
Laut einer Beschlussvorlage für die Senatskommission Wohnungsbau sei „auf politischer Ebene eine Einigung gefunden“ worden. Die Magnetbahn soll als „Rückgrat“ für die Erschließung des Berliner Westraums mit mehreren großen Wohnungsbauprojekten dienen. Geplant ist eine Machbarkeitsstudie, die zunächst den Abschnitt zwischen der UTR und dem östlichen Havelufer vertieft prüft.
Die schwarz-rote Koalition hatte 2023 vereinbart, Magnetbahnen als Option für den Nahverkehr zu prüfen. Bisher blieben Vorschläge jedoch konkretisierungslos. Verkehrsexperten und Opposition kritisierten die Diskussion als „Luftschloss“ oder „Nebelkerze“. Auch in anderen Städten wie Nürnberg wurde das System des bayerischen Unternehmens Max Bögl geprüft und verworfen, da es im Nutzen-Kosten-Vergleich schlechter als die Straßenbahn abschnitt.
Ursprünglich plante der Senat eine Straßenbahn zwischen Spandau und der UTR, die auch die Bauprojekte Neues Gartenfeld, Wasserstadt Spandau und Hakenfelde anbinden sollte. Die Inbetriebnahme war für 2032 vorgesehen. Laut dem Bericht wurde dieses Vorhaben jedoch zugunsten der Magnetbahn aufgegeben, nachdem die Grundlagenermittlung abgeschlossen war. Der Bezirk Spandau lehnte Straßenbahntrassen ab, da dafür Autostellplätze wegfallen müssten. Aus demselben Grund scheiterte auch die Einrichtung schneller Buslinien.
Das Transportsystem Bögl nutzt die Magnetschwebetechnik für niedrige Geschwindigkeiten, anders als der für Tempo 500 konzipierte Transrapid, an dem Max Bögl als Lieferant beteiligt war. Der Transrapid wurde 2008 nach jahrzehntelangen Planungen aufgegeben. Ob die Berliner Magnetbahn realisiert wird, bleibt abzuwarten.



