Mindestens sechs Bergsteiger sind am Wochenende bei einem plötzlichen Wetterumschwung am Elbrus ums Leben gekommen. Der mit 5642 Metern höchste Gipfel des Kaukasus und Russlands wurde für fünf Bergsteiger aus Bosnien-Herzegowina und einen russischen Begleiter zur tödlichen Falle. Das teilte der regionale Zivilschutz mit. Die Gruppe war auf dem Rückweg vom Gipfel, als ein heftiger Schneesturm und starker Wind aufzogen.
Abstieg im Schneesturm: Drei Überlebende retten sich selbst
Rettungskräfte entdeckten die Leichen aller sechs Verunglückten. Drei weitere Teilnehmer der Expedition schafften es, sich aus eigener Kraft ins Tal zu retten, obwohl der Sturm sie auf dem Abstieg überraschte. Die Bergung der Toten gestaltete sich schwierig, da die Wetterbedingungen bis Montag andauerten. Zwei Leichen konnten sofort geborgen werden; die übrigen werden nach dem Abflauen des Sturms ins Tal gebracht, berichtete der Zivilschutz.
Relativ leichter Berg, aber hohe Unfallzahlen
Der Elbrus, der in einem Nationalpark liegt, gilt unter Alpinisten als relativ einfach zu besteigen. Dennoch kommen dort jedes Jahr bis zu 30 Menschen ums Leben. Die plötzlichen Unwetter sind eine der Hauptgefahren: Temperaturen und Sicht können innerhalb von Minuten drastisch fallen, was Orientierung und Rettung erschwert. Die Region erlebt häufig extreme Wetterumschwünge, die auch erfahrene Bergsteiger in lebensbedrohliche Situationen bringen.
Warnungen vor Wetterkapriolen im Hochgebirge
Die lokalen Behörden warnen immer wieder vor den Risiken des Elbrus. „Jeder, der diesen Berg besteigen will, muss auf plötzliche Wetterwechsel vorbereitet sein. Trotz der vergleichsweise einfachen Route unterschätzen viele die Gefahren“, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Die tragische Bilanz des Wochenendes unterstreicht die Unberechenbarkeit der Natur im Kaukasus. Die genauen Umstände des Unglücks werden noch untersucht.



