Der Netto-Zuzug nach Berlin ist im Jahr 2025 deutlich eingebrochen. Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg lag der Wanderungsgewinn der Hauptstadt bei lediglich knapp 20.000 Personen – ein Rückgang um rund 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt zogen 177.000 Menschen nach Berlin, während 157.000 die Stadt verließen.
Deutsche verlassen Berlin in großer Zahl
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei deutschen Staatsangehörigen: Rund 57.000 Deutsche zogen nach Berlin, aber 78.000 verließen die Stadt. Dies ergibt einen Wanderungsverlust von über 20.000 deutschen Bürgern. „Insgesamt entspricht dies einem Wanderungsverlust bei deutschen Staatsangehörigen von über 20.000 Personen“, erklärte ein Sprecher der Behörde. Demgegenüber stand ein Zuzugsüberschuss bei Ausländern: 120.000 Ausländer zogen nach Berlin, 80.000 fort – ein Plus von 40.000.
Brandenburg profitiert von Abwanderung aus Berlin
Ein bedeutender Teil der Abwanderung aus Berlin geht in das benachbarte Brandenburg. Rund 31.000 Menschen zogen von Berlin nach Brandenburg, während knapp 19.000 den umgekehrten Weg nahmen. Damit gewann Brandenburg per Saldo etwa 12.000 Einwohner aus Berlin. Auch insgesamt verzeichnete Brandenburg einen Wanderungszugewinn: 82.000 Zuzügen standen 66.000 Fortzüge gegenüber, ein Netto-Plus von 16.000 Personen. Allerdings fiel dieser Gewinn geringer aus als 2024, als er noch bei fast 23.000 lag. Grund dafür war laut Statistikern ein Rückgang der Zuzüge bei gleichzeitig steigenden Fortzügen.
Ausblick und Bedeutung für die Region
Die Entwicklung zeigt eine veränderte Dynamik im Großraum Berlin-Brandenburg. Während Berlin weiterhin wächst, schwächt sich der Zuzug ab, insbesondere bei Deutschen. Brandenburg hingegen bleibt attraktiv für Zuwanderer, profitiert aber auch stark von den Abwanderern aus der Hauptstadt. Die Statistiker erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen könnte, sofern sich die wirtschaftlichen und wohnungspolitischen Rahmenbedingungen nicht ändern.



