Ein junger Buckelwal sorgt derzeit in der Ostsee für Aufsehen. Das Tier ist offenbar von seiner Route abgekommen und befindet sich in flachem Wasser, was zu einer potenziellen Strandung führen könnte. Die Meeresbiologin Frances Gulland, eine renommierte Expertin für Meeressäuger, gibt im Interview Einblicke, wie man ein gestrandetes Tier am besten rettet.
Gulland betont, dass die erste Priorität darin besteht, das Tier zu stabilisieren. Dazu gehört, es kühl zu halten und die Haut feucht zu halten, da Wale an Land schnell überhitzen und ihre Haut austrocknet. Helfer sollten das Tier mit nassen Tüchern bedecken und regelmäßig mit Wasser besprühen, jedoch ohne Wasser in die Blaslöcher gelangen zu lassen.
Die Expertin warnt davor, das Tier eigenmächtig zurück ins Wasser zu schieben oder zu ziehen. Ohne professionelle Ausrüstung und Kenntnisse könne dies zu Verletzungen führen. Stattdessen sollten sofort örtliche Behörden oder Walrettungsorganisationen alarmiert werden, die über spezielle Techniken und Geräte verfügen.
Gulland erklärt weiter, dass die Rettung eines gestrandeten Wals oft eine logistische Herausforderung darstellt. In manchen Fällen sei es notwendig, das Tier mit einem Kran oder einer speziellen Trage zu bewegen. Die Entscheidung, ob eine Rettung möglich ist, hängt vom Gesundheitszustand des Wals und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Abschließend appelliert die Expertin an die Öffentlichkeit, Abstand zu halten und den Anweisungen der Rettungskräfte zu folgen. Jede Rettungsaktion sei stressig für das Tier, und unnötige Störungen könnten den Erfolg gefährden.



