Der bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin in einer künstlich ausgehobenen Mulde nahe der Insel Poel. Mitarbeiter einer privaten Hilfsinitiative haben rund 40 mit Sand gefüllte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht gebracht. Die Sandsäcke sollen als Barriere verhindern, dass der rund zwölf Meter lange Wal bei steigenden Wasserständen weiter in die Flachwasserzone treibt.
Am Morgen war eine rund 110 Meter lange und zwei Meter tiefe Rinne fast fertig, die von der Mulde des Wals in tieferes Wasser führt. Durch diese Rinne soll der Wal nach Idee der Initiative in tieferes Wasser schwimmen oder gegebenenfalls gezogen werden. Anschließend ist der Einsatz einer sogenannten Barge geplant, eines nicht selbstfahrenden Lastkahns, der abgesenkt werden kann, um den Wal zu transportieren. Die Barge ist jedoch noch nicht vor Ort, und die Arbeiten werden durch starken Wind und Wellengang erschwert.
Bisher gibt es noch keine Genehmigung des Ministeriums für den neuen Transportplan. Der ursprünglich vorgesehene Transport mit Hilfe einer Plane und Pontons ließ sich nicht mehr umsetzen. Die Biologin und Filmemacherin Ina Knobloch kritisierte die mangelnde Koordination zu Beginn: „Man hätte von Anfang an internationale Experten ins Boot holen müssen.“ Sie verwies auf spezialisierte Walretter, die das Tier sicher ins Meer geleiten könnten.
Knobloch forderte übergeordnete Regelungen für Walrettungen in Deutschland. „Wir brauchen einheitliche Leitlinien und eine zentrale Stelle, die für deutsche Küstenorte zuständig ist“, sagte sie. In anderen Ländern gebe es sogenannte Whale-Hotlines mit Informationen für örtliche Verantwortliche. In Deutschland seien die einzelnen Bundesländer oder Kommunen zuständig, es fehle eine übergeordnete Regelung.



