Gedenkgottesdienst nach CSD-Anschlag: Merz ruft zum Feiern auf
Gedenkgottesdienst nach CSD-Anschlag: Merz: „Feiern Sie wieder!“

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Sonntag beim Gedenkgottesdienst für die Opfer des Terroranschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin die Anwesenden aufgefordert, sich von der Tat nicht einschüchtern zu lassen. „Feiern Sie wieder!“, sagte Merz vor tausenden Trauernden in der Hauptstadt. Die Besucher des Gottesdienstes würdigten dabei die Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften, die bei dem Anschlag am Samstag im Einsatz waren.

Gedenken am Brandenburger Tor

Der Gottesdienst fand am Brandenburger Tor statt, wo bereits am Tag nach der Tat tausende Menschen zusammenkamen, um der Opfer zu gedenken. Der Anschlag hatte die CSD-Parade am Samstag jäh unterbrochen. Ein Attentäter war offenbar mit einem Fahrzeug in die Menschenmenge gerast. Laut Polizei starben mehrere Menschen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die genaue Zahl der Opfer stand zum Zeitpunkt des Gottesdienstes noch nicht fest.

Merz betonte in seiner Rede die Bedeutung von Zusammenhalt und Freiheit. „Wir lassen uns unseren Christopher Street Day, wir lassen uns unsere Feierlichkeiten nicht von Terroristen kaputt machen“, rief der Kanzler den Teilnehmern zu. Der Applaus der Menge zeigte, dass viele seine Worte als Auftakt zur Normalität verstanden.

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Würdigung der Rettungskräfte

Die Zeremonie wurde auch genutzt, um den Einsatzkräften zu danken. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste hätten unter schwierigsten Bedingungen ihr Leben riskiert, um Leben zu retten, hieß es in einer Ansprache des Berliner Bürgermeisters. Viele Besucher trugen Blumen und Kerzen, die sie symbolisch am Brandenburger Tor ablegten.

Die Veranstaltung stand unter starkem Polizeischutz. „Schwer bewaffnete Kräfte haben alles durchsucht“, berichtete ein BILD-Reporter vor Ort. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem Anschlag massiv erhöht worden.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Polizei fahndet derweil nach einem Verdächtigen namens Abdul Ballout. Die Ermittler durchkämmen den Bahnhof und die Umgebung des Tatorts. Die Rekonstruktion der Tathergangs ergab, dass der Täter eine bestimmte Strecke gefahren war. Polizeigewerkschafter Heiko Teggatz kritisierte unterdessen die Datenschutzbestimmungen: „Wir haben ein riesen Problem, den Datenschutz“, sagte er mit Blick auf die Ermittlungsarbeit.

Der Anschlag hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warnte: „Man kann Nachahmer nicht ausschließen.“ Die Behörden bleiben in höchster Alarmbereitschaft.

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