Der Checkpoint am Morgen meldet: Das Berliner Hunderegister bleibt zahnlos, die Linke springt in einer Wahlumfrage auf Platz eins, und die Spree wird als „träge herumliegendes Wasser“ charakterisiert. Dazu gibt es ein Checkpoint-Quiz zu Wahlplakat-Slogans. Die wichtigsten Nachrichten für den Start in den Tag.
Hunderegister: Kontrolle bleibt wirkungslos
Das im vergangenen Jahr eingeführte Berliner Hunderegister verfehlt offenbar seinen Zweck. Wie der Checkpoint berichtet, fehlen der zuständigen Behörde die Mittel und Befugnisse, um die Registrierungspflicht durchzusetzen. Tierhalter, die ihren Hund nicht anmelden, müssen weiterhin keine Konsequenzen fürchten. „Das Register ist ein zahnloser Tiger“, kommentiert ein Sprecher der Senatsverwaltung. Die Folge: Die Datenbasis bleibt unvollständig, und Kontrollen sind kaum möglich.
Die Opposition im Abgeordnetenhaus fordert nun eine Nachbesserung. Die CDU spricht von einem „bürokratischen Fehlstart“ und verlangt eine Bußgeldstelle, die Verstöße tatsächlich ahndet. Auch der Tierschutzverein Berlin kritisiert die Umsetzung: „Ohne Kontrolle ist das Register nur eine Symbolpolitik“, sagt eine Sprecherin. Die Senatsverwaltung verweist auf Personalmangel und verweist auf die Priorität anderer Aufgaben.
Linke überholt SPD und Grüne
Erstmals seit Jahren führt die Linke in einer Berliner Wahlumfrage. Laut einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap kommt die Partei auf 22 Prozent – ein Plus von fünf Punkten gegenüber der letzten Umfrage. Die SPD stürzt auf 18 Prozent ab, die Grünen verlieren ebenfalls und erreichen nur noch 17 Prozent. Die CDU stagniert bei 16 Prozent, die AfD bei 11 Prozent.
Als Grund für den Aufschwung der Linken gilt die wachsende Unzufriedenheit mit der Senatspolitik, insbesondere bei den Themen Wohnen und Mieten. Die Linke profitiert zudem von der Schwäche der SPD, die in der Bevölkerung zunehmend als führungsschwach wahrgenommen wird. Politikexperte Jan Müller erklärt: „Die Linke hat es geschafft, sich als klare Alternative zur großen Koalition zu positionieren.“ Die Umfrage sorgt in den Parteizentralen für Unruhe – vor allem bei der SPD, die um ihre Vormachtstellung fürchtet.
Spree: „Träge herumliegendes Wasser“
Die Spree ist laut einem Gutachten des Umweltbundesamts lediglich „träge herumliegendes Wasser“. Der Bericht, der dem Checkpoint vorliegt, kritisiert die schlechte Wasserqualität und die geringe Fließgeschwindigkeit. Ursachen sind die Begradigung des Flusses und die vielen Stauwerke in der Stadt. Dadurch fehlt der Sauerstoff, was zu Algenwachstum und Fischsterben führt.
Umweltsenatorin Bettina Jarasch fordert daher eine Renaturierung der Ufer und den Rückbau von Wehren. „Wir müssen die Spree wieder zum Leben erwecken“, sagt sie. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung verweist jedoch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Spree für den Gütertransport. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Der BUND Berlin spricht von einem „ökologischen Notstand“ und fordert Sofortmaßnahmen.
Checkpoint-Quiz: Wahlplakat-Slogans
Zum Abschluss des Checkpoints gibt es ein Quiz zu den diesjährigen Wahlplakat-Slogans der Berliner Parteien. Die Leser können testen, wie gut sie die Sprüche den Parteien zuordnen können. Von „Sozial geht anders“ bis „Berlin braucht Tempo“ – die Bandbreite ist groß. Der Checkpoint lädt ein, das eigene Wissen zu testen und die Kommentare zu nutzen.
Der Checkpoint am Morgen erscheint täglich um 6 Uhr und informiert über die wichtigsten Themen des Tages – kompakt und überraschend. Die Redaktion freut sich über Anregungen und Leserbriefe.



