Die Berliner Polizei hat für den kommenden Sonntag alle öffentlichen Versammlungen im Umfeld des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma verboten. Die Allgemeinverfügung gilt von 6 Uhr morgens bis Mitternacht und erstreckt sich über einen großen Teil des Regierungsviertels.
Allgemeinverfügung für das Regierungsviertel
Betroffen ist das Gebiet zwischen dem Reichstagsgebäude und dem Pariser Platz. Im Einzelnen wird der Bereich südlich durch den Bremer Weg, westlich durch die Yitzhak-Rabin-Straße, die John-Foster-Dulles-Allee sowie die Große Querallee inklusive aller Gehwege begrenzt. Nördlich reicht die Sperrzone bis zur Paul-Löbe-Allee, östlich bis zum Friedrich-Ebert-Platz und der Ebertstraße samt des Pariser Platzes. Die Polizei teilte mit, dass auch andere Veranstaltungen, die den würdevollen Charakter des Gedenktages oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung beeinträchtigen könnten, untersagt sind.
Gedenkveranstaltung am Denkmal
Anlass der Einschränkung ist der internationale Tag des Gedenkens an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma. Um 20.30 Uhr ist am Denkmal am Simsonweg, unweit des Reichstagsgebäudes, eine offizielle Gedenkveranstaltung geplant. Die Behörden wollen sicherstellen, dass diese ungestört und würdevoll ablaufen kann.
Hintergrund: Gedenken an den Völkermord
Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma wurde im Oktober 2012 eingeweiht. Es erinnert an die bis zu 500.000 Menschen, die zwischen 1933 und 1945 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland und anderen europäischen Ländern verfolgt und ermordet wurden. Am 2. August jährt sich die sogenannte Liquidation des „Zigeunerfamilienlagers“ in Auschwitz-Birkenau zum 82. Mal. In der Nacht auf den 3. August 1944 ermordeten SS-Angehörige rund 4.300 Sinti und Roma in den Gaskammern. Die Gedenkveranstaltung am Sonntag steht im Zeichen dieses historischen Ereignisses. (dpa)



