Maritime Konferenz in Emden: Sicherheit und 100.000 neue Jobs im Fokus
Maritime Konferenz in Emden: Sicherheit und 100.000 neue Jobs im Fokus

Die Bundesregierung will die maritime Wirtschaft in Deutschland stärken und so helfen, viele tausend neue Jobs zu schaffen. „Wir reden hier über eine Branche, die boomt und die wirklich für positive Nachrichten steht“, sagte der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Christoph Ploß (CDU), vor der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden.

Seiner Prognose zufolge könnten in den nächsten vier bis fünf Jahren mehr als 100.000 neue, gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Die Bundesregierung will die Branche unter anderem mit einem Großbürgschaftsprogramm für den Schiffbau und Investitionen in die maritime Forschung unterstützen.

Bei der zweitägigen 14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) berät die Bundesregierung mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Unternehmen, Gewerkschaften und Behörden über die strategische Ausrichtung ihrer maritimen Politik. Zu dem Spitzentreffen der Branche werden rund 800 Teilnehmer erwartet – darunter Bundesminister, Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Er ist der Schirmherr der Konferenz, die planmäßig alle zwei Jahre ausgerichtet wird.

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„Das große Thema dieser Nationalen Maritimen Konferenz wird sein: die Sicherheit Deutschlands und auch die Sicherheit Europas“, kündigte Ploß an. Denn die für die Exportnation Deutschland wichtige maritime Wirtschaft sei auf sichere Seewege angewiesen. Man müsse allerdings damit rechnen, dass es in den nächsten Jahren vermehrt zu hybriden Angriffen komme. Bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Sicherheitsvorfällen – insbesondere in der Ostsee und in deutschen Häfen: Mehrfach wurden Seekabel und Leitungen beschädigt, es gab Drohnensichtungen über Häfen und Marinestützpunkten, Cyberattacken auf kritische Infrastruktur und Sabotage an Marineschiffen.

Wirtschaftsverbände wollen bei der Konferenz mit der Politik auch über die Voraussetzungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit sprechen. Die Ausgangslage ist gut, viele Werften etwa melden volle Auftragsbücher. Aber: „Projekte müssen finanziert, Investitionen ermöglicht, Innovationen vorangetrieben und ausreichend Fachkräfte gewonnen werden“, sagt Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Gesprächsbedarf zeichnet sich auch beim Geld ab. Der Seehäfen-Interessenverband ZDS kündigte an, auf der Konferenz mit der Bundesregierung über eine Finanzierungsreform beraten zu wollen.

Der ZDS beklagt seit Jahren eine strukturelle Unterfinanzierung der Seehäfen, die aus Verbandssicht die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Die Bundesregierung gewährt den Ländern jährlich 38,3 Millionen Euro für Investitionen in Seehäfen, was auch „Hafenlastenausgleich“ genannt wird. Der ZDS fordert eine „Grundfinanzierung“ von 500 Millionen Euro im Jahr. Auch die Küstenländer fordern von Bundesregierung mehr Unterstützung für die maritime Infrastruktur. „Es ist allen klar, dass es in den Häfen seit vielen Jahren einen Modernisierungsstau gibt“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen der Deutschen Presse-Agentur.

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