Die Inflationsrate in Deutschland ist im Januar 2026 überraschend stark auf 1,6 Prozent gefallen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit September 2024 und liegt deutlich unter der Marke von zwei Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem sinkende Energiepreise und eine moderate Teuerung bei Lebensmitteln.
Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, Autoversicherungen und Pauschalreisen verteuerten sich hingegen weiterhin überdurchschnittlich. Grund sind laut Ökonomen Personalmangel und Lohnsteigerungen, die Unternehmen an ihre Kunden weitergeben. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 2,3 Prozent.
Volkswirte erwarten für das Gesamtjahr 2026 eine Inflationsrate um die zwei Prozent. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnte jedoch, dass der Rückgang der Teuerung zäher verlaufe als gedacht. Das Ifo-Institut prognostiziert 2,2 Prozent für 2026 und 2,3 Prozent für 2027.
Die gefühlte Inflation bleibt deutlich höher: In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft schätzten Verbraucher die Teuerungsrate 2025 auf 15,3 Prozent – rund siebenmal so hoch wie die tatsächliche Rate. Besonders die Preise für Lebensmittel sind seit 2019 um über ein Drittel gestiegen.
Das Statistische Bundesamt erfasst monatlich tausende Einzelpreise für Waren und Dienstleistungen. Im November 2025 waren Sauerkirschen mit einem Plus von knapp 50 Prozent der größte Preistreiber, gefolgt von Schokolade (+25 Prozent) und Bohnenkaffee (+22 Prozent).



