Der Jahn-Sportpark in Berlin-Prenzlauer Berg soll zu einem Inklusiv-Sportpark umgebaut werden. Nachdem die Arbeiten durch Asbestfunde und die Sprengung zweier Flutlichtmasten verzögert wurden, drängt der Senat nun auf ein beschleunigtes Verfahren. Der Auftrag für den Stadion-Neubau soll bereits im August vergeben werden, wie aus Senatskreisen verlautet.
Hintergrund des Umbaus
Das bestehende Stadion aus den 1950er-Jahren entspricht nicht mehr modernen Anforderungen an Barrierefreiheit und Inklusion. Geplant ist ein Neubau, der allen Sportbegeisterten unabhängig von körperlichen Einschränkungen offenstehen soll. Die Asbestbelastung hatte zuvor zu einer mehrmonatigen Verzögerung geführt. Nach der erfolgreichen Entsorgung der Schadstoffe und der Sprengung der Flutlichtmasten sind die Baugrundstücke nun bereit für den nächsten Schritt.
Kritik der Grünen
Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus übt scharfe Kritik an der Eile des Senats. „Das Großprojekt wird forciert, während die Zukunft wichtiger Sportflächen für Schulen und Vereine ungeklärt bleibt“, sagte die sportpolitische Sprecherin der Fraktion. Sie verwies darauf, dass parallel zahlreiche Sportplätze in Berlin sanierungsbedürftig seien und der Bedarf an Trainingsflächen für Schul- und Vereinssport wachse. Die Grünen fordern eine transparente Priorisierung der Sportinfrastruktur.
Auswirkungen auf Schul- und Vereinssport
Der Jahn-Sportpark ist nicht nur Austragungsort für größere Veranstaltungen, sondern auch Heimat zahlreicher Berliner Sportvereine. Während der Bauphase müssen Ausweichflächen gefunden werden. Kritiker befürchten, dass der Druck auf die ohnehin knappen Sportstätten in Prenzlauer Berg weiter zunehmen wird. Der Senat betont hingegen, dass der Neubau langfristig allen Nutzern zugutekomme. Die geplanten Inklusionsangebote und die verbesserte Infrastruktur würden den Breitensport nachhaltig stärken. Die Ausschreibung solle noch im Sommer starten.
Die Diskussion um den Stadion-Neubau ist Teil einer größeren Debatte über die Sportstättenentwicklung in Berlin. Während der Senat auf Wachstum und Modernisierung setzt, fordern Oppositions- und Bürgerinitiativen einen ausgewogenen Mix aus Spitzensport, Schul- und Vereinssport. Die Entscheidung im August wird richtungsweisend sein für die künftige Sportpolitik der Hauptstadt.



