Wegner fordert Gedenkort für CSD-Anschlagsopfer im Tiergarten
Wegner: Gedenkort für CSD-Anschlagsopfer im Tiergarten

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich nach dem islamistisch motivierten Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin für ein Mahnmal am Tatort ausgesprochen. Der Gedenkort solle im Tiergarten entstehen, wo der Attentäter Abdul B. am Samstagabend mit einem Kleintransporter in eine Menschenmenge raste. Dabei kam eine Frau ums Leben, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Wegner: „Über Gedenkort gemeinsam entscheiden“

„Wir sollten überlegen, ob wir am Tatort im Tiergarten einen Gedenkort für die Opfer des Anschlags auf den CSD schaffen“, sagte Wegner der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-Politiker betonte jedoch, dass er die Entscheidung nicht alleine treffen wolle: „Darüber möchte ich aber zunächst mit den Betroffenen und dem CSD-Verein sprechen. Denn über einen Gedenkort im Tiergarten und eine mögliche Gestaltung eines solchen Mahnmals müssen wir gemeinsam entscheiden.“

Der Regierende Bürgermeister mahnte zugleich zur Geduld: „Und dafür sollten wir uns auch noch Zeit lassen. Im Vordergrund stehen jetzt die Ermittlungen und die Aufklärung der Tat, auch die Betreuung der Betroffenen.“ Die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln weiterhin zu den Hintergründen der Tat. Der Attentäter Abdul B. befindet sich in Untersuchungshaft.

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Hintergrund: Der Anschlag auf den CSD

Der Anschlag ereignete sich am Rande der CSD-Feierlichkeiten, die jedes Jahr tausende Menschen in die Hauptstadt locken. Der Fahrer des Kleintransporters steuerte das Fahrzeug gezielt in eine Gruppe von Menschen, die sich auf einer Nebenstraße des Tiergartens befanden. Die 31 Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, einige schweben noch in Lebensgefahr. Die Polizei stuft die Tat als islamistisch motivierten Terroranschlag ein.

Der Anschlag hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Zahlreiche Politiker und Organisationen riefen zu Zusammenhalt und Besonnenheit auf. Der CSD-Verein Berlin zeigte sich tief betroffen und kündigte an, mit den Betroffenen über die Möglichkeit eines Gedenkortes zu sprechen. Eine offizielle Stellungnahme zu Wegners Vorschlag steht noch aus.

Mahnmale in Berlin: Eine Tradition des Gedenkens

Berlin hat eine lange Tradition von Mahnmalen an Orten terroristischer Gewalt. So erinnert das Holocaust-Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus, und der Gedenkort am Breitscheidplatz an die Opfer des Anschlags von 2016. Ein weiteres Mahnmal im Tiergarten könnte symbolisch für den Kampf gegen jede Form von Extremismus stehen. Der genaue Standort müsste jedoch noch festgelegt werden.

Wegner betonte, dass jede Gestaltung eines solchen Mahnmals sensibel und in Absprache mit den Angehörigen und der queeren Community erfolgen müsse. „Es geht darum, den Opfern ein würdiges Andenken zu schaffen, ohne dass der Ort politisch vereinnahmt wird“, so der Regierende Bürgermeister. Die Planungen sollen nach Abschluss der Ermittlungen beginnen.

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