Bund fördert Thüringer Kitas mit zehn Millionen Euro jährlich
Bund fördert Thüringer Kitas mit 10 Mio. Euro

Thüringens Kindertagesstätten und Hochschulen können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Bundesmitteln rechnen. Über das Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität" des Bundes fließen in den Freistaat jährlich rund 25,4 Millionen Euro – davon sind 40 Prozent für Kitas vorgesehen. Das entspricht rund 10,1 Millionen Euro pro Jahr, wie das Thüringer Bildungsministerium mitteilte.

Bei Sondervermögen handelt es sich um zweckgebundene Finanzmittel, die außerhalb des regulären Haushalts geführt werden. Der Bund hat dieses Instrument genutzt, um den Ländern für den Zeitraum von 2026 bis 2029 insgesamt vier Milliarden Euro für Investitionen in die Bildungsinfrastruktur bereitzustellen. Thüringen erhält daraus eine Gesamtsumme von rund 101,6 Millionen Euro.

Mittel für Wissenschaft und Kitas

Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums sollen die Gelder für Investitionen in die Kindertagesbetreuung sowie in die Hochschul- und Wissenschaftsinfrastruktur verwendet werden. Wie genau die Mittel eingesetzt werden, können die Länder je nach Bedarf passgenau regeln. In Thüringen wurde folgende Aufteilung gewählt: 60 Prozent für Wissenschaft und Forschung sowie 40 Prozent für Kindergärten.

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Thüringens Bildungs- und Wissenschaftsminister Christian Tischner zeigte sich über die Zuweisung erfreut. „Mit diesen zusätzlichen Investitionen stärken wir die Bildungsinfrastruktur in Thüringen nachhaltig. Gute Bildung braucht gute Gebäude – von der Kindertageseinrichtung bis zur Hochschule", sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Kindertageseinrichtungen bedeutet das einen jährlichen Zuschuss von rund 10,1 Millionen Euro. „Jeder Euro in moderne Bildungsorte ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes", betonte Tischner. Mit dem Geld können Kitas baulich modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst werden. Auch die Hochschulen profitieren von der Investition in ihre Infrastruktur, etwa bei Sanierungen von Gebäuden oder der Ausstattung von Laboren.

Diese Maßnahmen sind förderfähig

Das Bundesbildungsministerium hat festgelegt, wofür die Mittel verwendet werden dürfen. Kita-Träger können Förderanträge für folgende Investitionen stellen:

  • den Neu- oder Ausbau von Kindertageseinrichtungen,
  • Umbau- und Sanierungsmaßnahmen,
  • die Ausstattung mit modernen Lern- und Spielmaterialien,
  • energetische Sanierungen, um Heizkosten zu sparen,
  • Hitzeschutzmaßnahmen wie Rollläden, bessere Dämmung oder Klimaanlagen.

Gerade beim Hitzeschutz sehen Experten großen Nachholbedarf, da immer häufiger extrem heiße Sommer auftreten. Mit Investitionen in Dämmung und Beschattung sollen die Räume auch bei hohen Außentemperaturen angenehm kühl bleiben. Auch der Klimaschutz spielt im Sondervermögen eine zentrale Rolle, wie der Name „Infrastruktur und Klimaneutralität" zeigt.

Förderperiode startet 2026

Die Förderperiode läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2029. Allerdings müssen alle geförderten Maßnahmen spätestens bis Ende 2032 abgeschlossen sein. So bleibt den Kommunen und Trägern genügend Zeit, um Bauprojekte auszuschreiben, zu planen und umzusetzen. Die genaue Ausgestaltung und die Antragswege werden von den Ländern geregelt.

Hintergrund: Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität

Das Sondervermögen ist Teil eines Pakets, mit dem der Bund die öffentliche Infrastruktur in Deutschland zukunftsfest machen will. Die Mittel ergänzen die regulären Haushaltsausgaben der Bundesländer und sind zweckgebunden. Neben der Bildung profitieren auch andere Bereiche von den Milliarden. Für Thüringen liegt der Schwerpunkt klar auf einer modernen Bildungslandschaft – von der Kita bis zur Universität.

Viele Kitas und Hochschulen in Deutschland sind in die Jahre gekommen und müssen dringend saniert werden. Mit den bereitgestellten Geldern können diese Investitionen nun angegangen werden. Das Sondervermögen trägt damit auch dazu bei, den Investitionsstau in öffentlichen Gebäuden abzubauen.

Für Thüringen ist die Zuweisung ein deutliches Signal für die Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Investitionen in Kitas zahlen sich langfristig aus, denn sie verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Hochschulen können mit den Mitteln ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit ausbauen.

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