Die neue rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) ist eine politische Quereinsteigerin und verdankt ihren Aufstieg maßgeblich der Unterstützung durch starke Frauen. Dies betonte die 58-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Man kann viel im Leben planen, aber es läuft doch meistens ganz anders“, sagte sie rückblickend auf ihren ungewöhnlichen Karriereweg.
Vom Geschichtsstudium zur Erwachsenenbildung
Die gebürtige Nordrhein-Westfälin studierte nach dem Abitur an der Universität Münster Alte Geschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte. Ihr eigentliches Berufsziel war Bibliothekarin. Nach dem Umzug nach Bayern arbeitete sie in der betrieblichen Erwachsenenbildung – ein Thema, das ihr bis heute am Herzen liegt. In Bayern begann auch ihre politische Laufbahn, als sie in ihrer neuen Heimatgemeinde gefragt wurde, ob sie Bürgermeisterin werden wolle. „Die haben natürlich erst einen Mann gefragt, aber der wollte halt nicht, aus beruflichen Gründen. Und wie das häufig so ist, dann werden Frauen gefragt“, erinnerte sich Eiling-Hütig. Sie habe nichts zu verlieren gehabt und zog in den Wahlkampf. Den Bürgermeisterposten verfehlte sie letztlich um lediglich 82 Stimmen. Die damalige Reaktion lautete angeblich: „Frau, Zugereiste, Doppelname – schwierig.“
Ziehmutter und Frauenbündnis ebneten den Weg in den Landtag
Trotz dieser Niederlage führte ihr Weg in die Landespolitik. Eiling-Hütig wurde persönliche Referentin der damaligen CSU-Landtagsabgeordneten Ursula Männle für den Stimmkreis Starnberg. Männle bezeichnete sie rückblickend als ihre „politische Ziehmutter“. Nach einem langen Auswahlverfahren übernahm sie später Männles Mandat. Es habe durchaus mehrere Frauen gegeben, die Interesse an dem Sitz gehabt hätten, berichtete die Bildungsministerin. Doch die Gruppe entschied sich für Zusammenhalt: „Wir haben gesagt, wir schließen uns hinter einer zusammen.“ Heute könne sie mit Fug und Recht sagen, dass „diese Frauenfreundschaften mir wirklich im Leben weitergeholfen haben.“
Lebenserfahrung als Grundlage für Bildungspolitik
In ihr neues Amt in Mainz will Eiling-Hütig ihre breite Lebenserfahrung einfließen lassen. Bereits während des Studiums habe sie in verschiedenen Branchen nebenbei gearbeitet – vom Einzelhandel über die Verwaltung bis hin zu wissenschaftlichen Projekten. Daraus leite sie auch eine bildungspolitische Grundhaltung ab: Junge Menschen sollten frühzeitig lernen, über den unmittelbaren Erfahrungshorizont hinauszublicken. Die Ministerin ist überzeugt, dass solche vielfältigen Erfahrungen den Zugang zu unterschiedlichen Lebensrealitäten öffnen und somit die Bildungspolitik bereichern.



