Bad Wörishofen: Grund- und Mittelschule bekommt Anbau für Ganztag
Grund- und Mittelschule: Anbau für Ganztag

Die Stadt Bad Wörishofen investiert 6,5 Millionen Euro in einen Anbau an der Grund- und Mittelschule. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Bau beschlossen, um den wachsenden Bedarf an Ganztagsbetreuung zu decken. Oberbürgermeister Stefan Welzel sagte: "Wir müssen jetzt handeln, um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 erfüllen zu können."

Raumnot und steigende Schülerzahlen

Die bestehende Schule platzt aus allen Nähten. Die Schülerzahlen steigen kontinuierlich, und die Nachfrage nach Ganztagsplätzen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Aktuell besuchen rund 600 Schüler die Einrichtung, davon nutzen etwa 200 das Ganztagsangebot. Ohne den Anbau könnten ab 2026 nicht alle Kinder einen Platz erhalten, wie es das Gesetz vorschreibt.

Der Anbau soll zwei Stockwerke umfassen und moderne Klassenräume sowie Gruppenräume für die Ganztagsbetreuung bieten. Geplant ist auch eine neue Mensa mit Platz für 150 Kinder. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2025 beginnen und voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

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Finanzierung und Fördermittel

Die Gesamtkosten von 6,5 Millionen Euro setzen sich aus Baukosten von 5,8 Millionen Euro und Ausstattungskosten von 700.000 Euro zusammen. Die Stadt hofft auf Fördermittel vom Freistaat Bayern. Aus dem Kommunalinvestitionsprogramm könnten bis zu 1,5 Millionen Euro fließen. Zudem plant die Stadt, die restlichen Kosten über Kredite und den städtischen Haushalt zu finanzieren.

Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, einen Förderantrag zu stellen. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Zuschüsse fällt das Kultusministerium voraussichtlich im Herbst 2025.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Ab August 2026 haben Grundschulkinder der ersten Klasse einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Dieser Anspruch wird in den Folgejahren auf die Klassen 2 bis 4 ausgeweitet. Die Stadt Bad Wörishofen muss daher ihre Betreuungskapazitäten deutlich ausbauen.

Der Anbau schafft zusätzlich 100 Ganztagsplätze, sodass künftig 300 Kinder betreut werden können. Auch das Personal wird aufgestockt: Die Stadt plant, zehn neue pädagogische Fachkräfte einzustellen.

Bauplanung und Zeitplan

Die Planungsarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Das Architekturbüro aus Memmingen hat die Entwürfe vorgelegt, die nun in die Detailplanung gehen. Der Anbau wird an der Westseite des bestehenden Schulgebäudes errichtet und über einen Verbindungsgang angeschlossen.

Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Abschnitten, um den Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Zuerst wird der Rohbau erstellt, danach die Innenausstattung. Die Schule bleibt während der gesamten Bauzeit geöffnet.

Reaktionen aus der Politik

Die Fraktionen im Stadtrat begrüßten den Beschluss einstimmig. CSU-Fraktionschef Michael Müller betonte: "Diese Investition ist notwendig und zukunftsweisend für unsere Stadt." Die SPD-Fraktion verwies auf die soziale Verantwortung: "Wir müssen sicherstellen, dass jedes Kind einen Betreuungsplatz bekommt, unabhängig vom Einkommen der Eltern."

Die Grünen forderten zusätzlich, den Anbau energetisch nachhaltig zu gestalten. Die Verwaltung sagte zu, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren und eine Wärmepumpe zu nutzen.

Ausblick

Mit dem Anbau ist die Stadt für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Sollten die Schülerzahlen weiter steigen, prüft die Verwaltung bereits Optionen für einen weiteren Ausbau. Oberbürgermeister Welzel zeigte sich zuversichtlich: "Wir investieren in die Bildung unserer Kinder und damit in die Zukunft unserer Stadt."

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