Stadtgeschichte: Warum die Berliner im Jahr 1448 die Baustelle des Schlosses fluteten
Berlin. Die widerspenstigen Berliner hätten einmal fast die Hohenzollern vertrieben. Berlin wäre heute freie Hansestadt und nicht Hauptstadt. Von Ulli Kulke, 20.06.2026, 06:00 Uhr.
Bevorzuge uns auf Google „Schluss mit Schloss, Berliner Unwille“: So wurde noch im Jahr 2012 gegen die Rekonstruktion des Schlosses protestiert. © picture alliance / dpa | XAMAX
Im Jahr 1448 eskalierte der Konflikt zwischen den Berliner Bürgern und den Hohenzollern, die die Stadt beherrschten. Der Kurfürst Friedrich II. plante den Bau eines prächtigen Schlosses, das die Macht der Dynastie symbolisieren sollte. Die Berliner jedoch sahen darin eine Bedrohung ihrer Freiheiten und eine finanzielle Belastung. Sie organisierten einen Aufstand und fluteten die Baustelle, indem sie die Spree umleiteten. Der Bau wurde dadurch erheblich verzögert.
Dieser Akt des Widerstands war Teil einer größeren Bewegung, die darauf abzielte, die Hohenzollern aus der Stadt zu vertreiben. Die Berliner hofften, den Status einer freien Hansestadt zu erlangen, ähnlich wie andere mächtige Städte der Hanse. Letztlich scheiterte der Aufstand jedoch, und die Hohenzollern festigten ihre Herrschaft. Dennoch blieb der Vorfall ein Symbol für den Berliner Unabhängigkeitsgeist.
Historiker betonen, dass die Ereignisse von 1448 die langfristige Entwicklung Berlins prägten. Wäre der Aufstand erfolgreich gewesen, hätte Berlin möglicherweise eine andere politische Rolle in Deutschland gespielt. Stattdessen blieb es unter der Kontrolle der Hohenzollern, was später zur Hauptstadtfunktion führte. Die Flutung der Baustelle ist heute ein wenig bekanntes, aber faszinierendes Kapitel der Stadtgeschichte.



