Am Mittwochmittag geriet ein Ausflugskutter vor der Nordseeküste in eine brenzlige Lage. Der ehemalige Krabbenkutter „Hauke“ meldete sich bei den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), weil es nicht gelang, das volle Fangnetz an Bord zu holen. Wie die DGzRS mitteilte, war das Netz gerissen und trieb achteraus. Der Kutter mit rund 50 Menschen an Bord trieb antriebslos etwa eine Seemeile vor dem Büsumer Hafen.
Gefahr durch Netz im Propeller
Jörg Lüdtke, Vormann des Seenotrettungskreuzers „Theodor Storm“, schilderte die Situation: „Angesichts von etwa zehn Metern Länge bestand die Gefahr, dass das Netz in den Propeller des Kutters gerät, das Schiff damit manövrierunfähig wird und auf eine Untiefe treibt.“ Die Besatzung des Kutters hatte das Netz nicht selbst sichern können, da es schwer und voller Fang war. Die Havarie drohte, das Schiff in eine gefährliche Lage zu bringen, besonders wegen der nahen Untiefen.
Die Seenotretter handelten zügig. Sie nahmen die „Hauke“ an den Haken und schleppten den Kutter bei bestem Sommerwetter nach Büsum. An Bord befanden sich 53 Menschen, darunter Ausfluggäste und die reguläre Besatzung. Nach Angaben der DGzRS bestand zu keiner Zeit eine unmittelbare Gefahr für die Personen. Der Schleppvorgang verlief reibungslos und dauerte etwa eine Stunde.
Hintergrund: Der Kutter „Hauke“
Die „Hauke“ ist ein ehemaliger Krabbenkutter, der heute für Ausflugsfahrten genutzt wird. Das Schiff ist etwa zehn Meter lang und verfügt über einen Dieselmotor. Bei Fangreisen wird traditionell ein Schleppnetz eingesetzt, das auf Grund gefischt wird. Ein Riss im Netz kann dazu führen, dass der Kutter nicht mehr manövrieren kann, wenn sich das Netz im Propeller verfängt.
Die DGzRS ist an der deutschen Nord- und Ostseeküste für die Seenotrettung zuständig. Im Jahr 2025 führte die Gesellschaft rund 2.000 Einsätze durch. Der Einsatz vor Büsum zeigt, wie schnell auch bei scheinbar harmlosen Ausflugsfahrten eine Gefahrensituation entstehen kann.
Der Büsumer Hafen ist ein beliebter Ausgangspunkt für Krabbenfischerei und Ausflugsfahrten. Die örtliche Wasserschutzpolizei hat den Vorfall aufgenommen. Sachschaden entstand nicht, der Kutter konnte nach dem Abschleppen wieder in Fahrt gebracht werden.



