Bergwacht warnt vor Leichtsinn: 83 Einsätze in Sächsischer Schweiz
Bergwacht warnt vor Leichtsinn beim Wandern

In der Sächsischen Schweiz hat die Bergwacht im ersten Halbjahr 83 Notfälle registriert – eine Zahl, die auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Nach Angaben von Kai Kranich, Sprecher der DRK-Bergwacht, gab es in diesem Jahr bislang keine tödlichen Kletterunfälle, anders als 2025. Dennoch warnt die Bergwacht eindringlich vor Leichtsinn: Die meisten Unfälle passieren beim Wandern. Menschen stolpern und ziehen sich bei Stürzen Verletzungen zu, oder sie erleiden Herz-Kreislauf-Probleme, die nicht zwingend mit der Tour zusammenhängen müssen.

Wanderunfälle dominieren die Statistik

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bergwacht in der Sächsischen Schweiz insgesamt 147 Einsätze. Davon entfielen 99 auf Notfälle beim Wandern – also mehr als zwei Drittel. Diese Zahl verdeutlicht, dass Wanderer die größte Risikogruppe darstellen. Die Einsätze reichen von einfachen Stolperstürzen bis zu komplexen Rettungen aus unwegsamem Gelände.

Rettungshubschrauber immer häufiger im Einsatz

Auffällig ist der Anstieg der Rettungshubschrauber-Flüge. Die Zahl der Hubschrauber-Einsätze stieg von 30 im Jahr 2019 auf 44 im Jahr 2025. Ein besonders spektakulärer Fall ereignete sich im Februar: Ein 18-Jähriger kletterte auf den Affensteinen, stürzte acht Meter tief in eine Schlucht und musste per Hubschrauber geborgen werden. Solche Vorfälle zeigen, wie schnell aus einem vermeintlich harmlosen Ausflug eine lebensbedrohliche Situation werden kann.

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Ursachen: Selbstüberschätzung und mangelnde Vorbereitung

Die Fachleute sehen die Hauptursachen für Unfälle in einer Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten oder der Schwierigkeit des Geländes. „Viele Wanderer tragen ungeeignetes Schuhwerk oder verlassen sich auf ihr Smartphone zur Navigation, statt auf eine Karte und einen Kompass“, erklärt Kai Kranich. Die Sächsische Schweiz sei zwar ein Mittelgebirge, aber keinesfalls harmlos. Steile Aufstiege, schmale Felsvorsprünge und plötzliche Wetterumschwünge erforderten eine gründliche Vorbereitung.

Bergwacht: 386 ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Zur Bergwacht in Sachsen gehören derzeit 386 Einsatzkräfte – allesamt ehrenamtlich tätig. Sie sichern nicht nur Wanderer und Kletterer, sondern bergen auch verunglückte Radfahrer aus unwegsamem Gelände und kümmern sich im Winter um eine große Anzahl von Skiunfällen. „Unsere Helfer opfern ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Wir wünschen uns, dass jeder seine Tour so plant, dass wir gar nicht erst ausrücken müssen“, so Kranich.

Empfehlungen für eine sichere Tour

Die Bergwacht rät Wanderern, sich vor jeder Tour über die genaue Route, die Schwierigkeit und die Wetterbedingungen zu informieren. Festes Schuhwerk mit profilierten Sohlen sei Pflicht, ebenso wie ausreichend Wasser und Verpflegung. Zudem sollte man Notrufnummern parat haben und sein Handy vollgeladen mitführen. „Die Sächsische Schweiz ist ein wunderschönes Gebiet, aber sie verlangt Respekt. Wer gut vorbereitet ist, minimiert das Risiko eines Unfalls“, betont der Bergwacht-Sprecher.

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