Der ADAC hat in einem bundesweiten Test die Barrierefreiheit von Bushaltestellen in zehn Städten untersucht. Chemnitz schnitt dabei insgesamt gut ab, weist aber in einigen Bereichen noch Defizite auf. Geprüft wurden je vier Haltestellen auf Strecken zu wichtigen Zielen wie Rathaus, Krankenhaus, Einkaufszentrum und Schwimmbad.
Positive Bewertung für Auffindbarkeit und Platzangebot
Die Tester lobten vor allem die gute Auffindbarkeit der Haltestellen und das großzügige Platzangebot auf den Bahnsteigen. Auch der Weg zur Haltestelle wurde überwiegend positiv bewertet. Allerdings gab es Kritik am schwellenfreien Einstieg in Busse und Straßenbahnen. Die empfohlenen geringen Abstände zwischen Fahrzeug und Bordstein wurden häufig nicht erreicht. Nach Einschätzung des ADAC kommt es dabei auch auf das Fahrkönnen und die Aufmerksamkeit des Fahrpersonals an.
Mängel für blinde und sehbehinderte Menschen
Besonderen Nachholbedarf sieht der ADAC bei der Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen. Beanstandet wurden unter anderem die Zuwegung und die Straßenquerungen im Bereich der Haltestellen. Zwar sind fast überall Sitzgelegenheiten vorhanden, jedoch fehlen Bänke mit Armlehnen an allen vier untersuchten Haltestellen. Kritisch bewerteten die Tester zudem die Verkehrsführung an der Zentralhaltestelle. Dort könne die Führung des Radverkehrs zu gefährlichen Situationen für Sehbehinderte führen.
ADAC fordert schnelleren barrierefreien Umbau
Der ADAC fordert, den barrierefreien Umbau von Haltestellen schneller voranzutreiben und ausreichend Geld dafür bereitzustellen. Der Test umfasste insgesamt 149 Bus- und Straßenbahnhaltestellen in zehn deutschen Städten. Chemnitz belegt im Gesamtranking einen guten Platz, doch die aufgezeigten Mängel zeigen, dass noch nicht alle Haltestellen den Anforderungen an eine vollständige Barrierefreiheit genügen.



