Hamburg verdoppelt Polizeipräsenz beim CSD nach Berlin-Anschlag
CSD Hamburg: Polizei verdoppelt Kräfte nach Berlin-Anschlag

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) kündigt die Hamburger Polizei eine drastische Aufstockung ihrer Einsatzkräfte für die bevorstehende CSD-Demonstration an. Wie Polizeipräsident Falk Schnabel im Deutschlandfunk erklärte, werde man „mit rund doppelt so viel Kräften wie beim letzten Mal vor Ort sein“. Als „Lehre aus Berlin“ solle zudem das Umfeld der Veranstaltung intensiver überwacht werden.

Folgen des Berliner Anschlags

Am vergangenen Samstagabend war ein 21-jähriger Mann mit einem Kleintransporter nahe der Abschlussfeier der CSD-Demonstration in Berlin in eine Menschenmenge gefahren und hatte anschließend mutmaßlich mit einer Machete auf weitere Personen eingestochen. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag ereignete sich im Tiergarten, außerhalb der eigentlichen Veranstaltungszone, in einem Bereich, in dem Besucher die Party verließen oder anzukommen waren. Der Täter, der auf der Flucht von der Polizei erschossen wurde, war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt. Auf seinem Mobiltelefon fand sich ein Bekennervideo, in dem er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat die Treue schwor.

„Das bereitet uns Sorgen“, räumte Schnabel ein. Für die eigentlichen Veranstaltungen gebe es bereits Sicherheitskonzepte, doch in Berlin sei das Fahrzeug „im Umfeld“ in die Menge gefahren. In Hamburg werde die Polizei daher verstärkt mit uniformierten und zivilen Kräften auch diesen Bereich abdecken. Zusätzlich sei eine „Luftkomponente“ geplant.

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Sicherheitskonzepte werden nachgeschärft

Der Polizeipräsident kündigte an, die Sicherheitskonzepte würden insgesamt „intensiv überarbeitet und nachgeschärft“. In Zusammenarbeit mit den Veranstaltern betreffe dies etwa das Straßenfest in der Innenstadt, das Teil der Hamburger Pride Week ist. Derzeit seien der Hamburger Polizei fünf Personen aus dem Spektrum „religiöse Ideologien“ bekannt, die als hochriskante Gefährder eingestuft seien. Sie stünden „ganz verstärkt im Blick“.

Die jährliche CSD-Demonstration in Hamburg gehört mit regelmäßig rund 250.000 Besuchern zu den größten in Deutschland. Sie führt am Samstag durch die Innenstadt. Die Organisatoren riefen die „gesamte Stadt“ zur Teilnahme auf. Es gehe um ein „Jetzt erst recht“.

Rekordbeteiligung und prominente Teilnehmer

Nach Angaben des Vereins Hamburg Pride haben sich für die Demonstration eine Rekordzahl von 120 Gruppen angemeldet. Als Teilnehmerinnen kündigten sich unter anderem Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank an. „Der Anschlag in Berlin macht auf erschütternde Weise deutlich, wie weit wir von einer Zukunft entfernt sind, in der queere Menschen selbstverständlich sicher leben können“, erklärte der Verein. Man befinde sich „in ständigem Austausch“ mit der Polizei. Konkrete Gefährdungshinweise lägen nicht vor, betonten sowohl die Organisatoren als auch Polizeipräsident Schnabel.

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