Fünf neue Traditionen im Thüringer Kulturerbe-Verzeichnis
Das Landesverzeichnis mit regional bedeutsamen Thüringer Kulturformen erhält Zuwachs. Fünf Kulturtraditionen von Volksmusik bis Fasching werden am Donnerstag offiziell neu aufgenommen, wie das Kulturministerium mitteilte.
Neue Einträge im Detail
Zu den Neuzugängen zählt der Brauch, das Rennsteiglied von Herbert Roth zu singen. Dieses Lied ist ein Symbol für den Thüringer Wald und wird bei vielen Anlässen gesungen. Ebenfalls aufgenommen wurden die ostdeutschen Karnevals-, Faschings- und Fastnachtstraditionen, die in Thüringen eine lange Geschichte haben. Auch die traditionelle Handwerkskunst zum Bau und zur Instandhaltung von Dampflokomotiven wurde ausgezeichnet, ein Erbe der industriellen Vergangenheit der Region.
Das Eisfelder Kuhschwanzfest, dessen Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, und die Schleusinger Abitaufe für erfolgreiche Abiturienten erhalten ebenfalls die Auszeichnung. Diese Bräuche sind tief in der lokalen Kultur verankert und werden von den Gemeinschaften aktiv gepflegt.
Wachsende Liste des immateriellen Kulturerbes
Thüringen führt seit 2022 ein Landesverzeichnis immateriellen Kulturerbes. Mit den Neuaufnahmen wächst es auf 25 kulturelle Traditionen und Bräuche. Vertreten sind auch jene Traditionen, die im Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes stehen, etwa die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt, der Eisenacher Sommergewinn, das Skatspiel aus Altenburg und die Kindergartenidee nach Friedrich Fröbel.
Die Aufnahme in die Verzeichnisse gilt als Wertschätzung und Anerkennung für das überlieferte Wissen und Können. Ein Preisgeld ist damit nicht verbunden, doch die Auszeichnung hebt die Bedeutung dieser Traditionen für die regionale Identität hervor.



