Großrazzia gegen Schusswaffen-Kriminalität: SEK stürmt Verstecke in Berlin und Brandenburg
Großrazzia gegen Schusswaffen-Kriminalität: SEK stürmt Verstecke

Berlin – Großeinsatz am Mittwochmorgen in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt! Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten mindestens zehn Objekte – 200 Beamte im Einsatz. Neben dem SEK rückte auch die GSG 9 an, dazu Hundertschaften und Diensthunde. Der Vorwurf: schwere räuberische Erpressung in der türkischen Community. Bedroht wurden unter anderem Geschäftsinhaber, Friseure und Umzugsunternehmen.

SEK stürmt Wohnung in Kreuzberg

In der Kreuzbergstraße in Berlin-Kreuzberg stürmte das SEK am Morgen eine Einzimmerwohnung. Mutmaßlich wurden dort „Shooter“ von ihren Hintermännern untergebracht. Ein Shooter ist meist eine Person, die gegen Bezahlung den Auftrag übernimmt, auf Menschen oder Objekte zu schießen. Die Shooter – junge Männer – kommen gewöhnlich mit dem Flugzeug nach Berlin, attackieren die Opfer und tauchen ab, bevor die Polizei überhaupt ihre Identität klären kann.

„Gezielt im Ausland rekrutiert“

Immer häufiger lassen kriminelle Banden in Berlin für Drohungen, Körperverletzung oder Schutzgelderpressungen Täter einfliegen. „Dafür werden gezielt auch junge Männer im Ausland rekrutiert“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel kürzlich. „Sie reisen kurzfristig mit einem Touristenvisum ein und begehen dann hier Straftaten, für die sie Aufträge erhalten haben.“ Nach Angaben der Polizeipräsidentin sprechen viele dieser Täter kaum Deutsch. Nach den Taten tauchen sie schnell wieder ab. „Die Auftraggeber sitzen entweder im Ausland und wollen so auf dem kriminellen Markt illegaler Geschäftspraktiken Raum gewinnen, oder die Aufträge werden von Teilen der hier ansässigen OK-Strukturen erteilt“, erläuterte Slowik Meisel.

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Laut Nachbarn in der Kreuzbergstraße waren in der jetzt durchsuchten Wohnung oft mehr als fünf junge Männer, die oft sehr laut gefeiert hätten. Keiner der jungen Männer schien älter als 20 Jahre, mutmaßlich sprachen sie einen ungewöhnlichen kurdischen Dialekt.

Hund rennt auf SEK-Beamte los

Außerdem wurde im Rahmen der Razzia am Mittwoch ein Café an der Schwedenstraße in Wedding von der Polizei gestürmt. Auch in Brandenburg gab es einen Zugriff. Dabei kam es zu einem Zwischenfall! Zielperson war das Mitglied einer polizeibekannten arabischen Großfamilie. Als das Brandenburger SEK das Objekt in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) stürmte, soll ein Hund auf die Beamten losgerannt sein. Der Besitzer B.C. soll dabei in die Schusslinie der Elite-Beamten gekommen sein und wurde mutmaßlich verletzt. Wie viele Waffen gefunden wurden, ob es Festnahmen gab – zu all dem machten die Ermittler bisher keine Angaben.

Wegen der massiv zunehmenden Schusswaffenkriminalität gründete die Polizei im November 2025 die Sondereinheit Ferrum (lat. „Eisen“). Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaftseinheit EG Telum (lat. „Angriffswaffe“) ermittelt sie gegen organisierte Banden in Berlin.

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