Probewohnen in Brandenburg: So locken Kleinstädte neue Bewohner an
Probewohnen in Brandenburg lockt neue Bewohner

Viele Kleinstädte in Brandenburg leiden unter Wegzug und dem Image der öden Provinz. Um dem entgegenzuwirken, setzen einige Kommunen auf das Konzept des Probewohnens. Dabei können Interessierte für mehrere Wochen in der Stadt leben, an kulturellen Angeboten teilnehmen und gegebenenfalls eine Arbeitsstelle vor Ort finden. Eisenhüttenstadt, Guben und Eberswalde haben solche Projekte bereits durchgeführt.

Erste Erfolge in Eisenhüttenstadt

Die Stadtverwaltung von Eisenhüttenstadt zieht eine positive Bilanz. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, heißt es. Es hätten sich konkrete Zuzugsperspektiven aus dem Projekt ergeben. Auch die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bestärken die Verantwortlichen in ihrem Kurs. Insgesamt sind aus dem Probewohnen 2025 mittlerweile 13 Menschen nachweislich in die Stadt gezogen. Zehn Mietverträge wurden abgeschlossen. Das Probewohnen 2026 ist gerade zu Ende gegangen, und vier der fünf Teilnehmer haben ernsthafte Absichten geäußert, sich dauerhaft niederzulassen.

Guben: Dritte Staffel in Planung

Die Stadt Guben, die derzeit den dritten Durchgang des Probewohnens vorbereitet, zeigt sich ebenfalls überzeugt. „Bereits in den vergangenen Staffeln konnten wir mehrere Teilnehmer zu einem Umzug bewegen“, erklärte eine Sprecherin. Ein besonders erfolgreiches Beispiel sei Anka Franze, die seit dem ersten Durchlauf in der Stadt lebt. Für die dritte Staffel gingen Hunderte Bewerbungen ein, aus denen die Teilnehmer nun ausgewählt wurden.

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Eberswalde: Weniger Leerstand

Auch in Eberswalde berichtet man von einer „durchweg positiven Resonanz und zufriedenen Kurzzeitbewohnern“. Allerdings gab es seit 2019 keinen weiteren Anlauf mehr, da die Leerstandsquote der städtischen Wohnungsbaugesellschaft deutlich gesenkt werden konnte. Ob dies direkt mit dem Probewohnen zusammenhängt, sei ungewiss.

Das Besondere am Probewohnen

Allen Projekten ist gemeinsam, dass die Teilnehmer den Ort nicht wie Touristen erleben sollen. „Man kann Bewerbern und Medien nichts vormachen und man sollte es auch nicht versuchen. Wer Menschen für einen Ort begeistern möchte, muss ehrlich zeigen, wie das Leben vor Ort tatsächlich aussieht“, betont die Sprecherin von Eisenhüttenstadt. Dazu gehörten auch die Herausforderungen, die es zweifelsohne gebe. In Guben wird ergänzt, dass es darum gehe, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, Freizeitangebote zu erkunden und die Lebensqualität zu entdecken – ebenso wie berufliche Perspektiven auszuloten.

Großes Medieninteresse

Das Probewohnen hat überregional für Aufsehen gesorgt. „2025 war das Projekt in Eisenhüttenstadt medial so erfolgreich, dass die Stadt mit dem Projekt weltweit in den Medien vertreten war“, so die Sprecherin. CNN, The Guardian, ABC Radio Sydney, BBC und The Washington Post berichteten. In der Folge gingen rund 2.000 Bewerbungen aus allen Kontinenten ein. In diesem Jahr waren es immerhin noch 300 Bewerbungen.

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