Hamburg – Jetzt kommt der Höhepunkt des Sommers: der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Am 21. Juni erlebt Deutschland die Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht dann auf ihrer Bahn ihren höchsten Stand. Je nach Region gibt es dann bis zu 17 Stunden Tageslicht. Danach werden die Tage wieder kürzer.
Astronomischer Sommerbeginn
Dr. Mariana Wagner, stellvertretende Direktorin des Planetariums Hamburg, erklärt: „Die Erdachse ist geneigt. Im Juni ist die Nordhalbkugel der Sonne am stärksten zugeneigt. Das Maximum ist am 21. des Monats. Dadurch steht die Sonne am Himmel extrem hoch. Ihr Weg über den Himmel ist besonders lang, und wir bekommen dadurch die meisten Stunden Tageslicht.“ Mit der Sommersonnenwende beginnt astronomisch der Sommer. Für viele ist diese Zeit der inoffizielle Höhepunkt des Sommers. Die langen, hellen Abende locken in Biergärten, Parks und an Badeseen. Grillpartys dauern bis spät in die Nacht, und selbst um 22 Uhr ist es vielerorts noch erstaunlich hell.
Bedeutung in Skandinavien
Besonders wichtig ist der Tag in Schweden, Finnland und Norwegen. Dort gehört Mittsommer zu den wichtigsten Festen des Jahres. Familien und Freunde treffen sich, tanzen und singen. Doch die genaue Tageslänge ändert sich je nach Standort, auch in Deutschland. Die Plattform „Timeanddate“ listet die Sonnenauf- und -untergänge und die jeweilige Tageslänge auf.
Tageslängen in deutschen Städten
- Rostock: Sonnenaufgang 4:38 Uhr, Sonnenuntergang 21:48 Uhr, Tageslänge 17 Std., 10 min.
- Berlin: Sonnenaufgang 4:43 Uhr, Sonnenuntergang 21:33 Uhr, Tageslänge 16 Std., 50 min.
- Flensburg: Sonnenaufgang 4:44 Uhr, Sonnenuntergang 22:03 Uhr, Tageslänge 17 Std., 19 min.
- Dresden: Sonnenaufgang 4:50 Uhr, Sonnenuntergang 21:23 Uhr, Tageslänge 16 Std., 33 min.
- München: Sonnenaufgang 5:13 Uhr, Sonnenuntergang 21:17 Uhr, Tageslänge 16 Std., 4 min.
- Köln: Sonnenaufgang 5:17 Uhr, Sonnenuntergang 21:50 Uhr, Tageslänge 16 Std., 32 min.
Drei Phasen der Dämmerung
Auch nach dem Sonnenuntergang verschwindet das Tageslicht nicht schlagartig. Es gibt drei Stufen bis zur Nacht. Zunächst beginnt die bürgerliche Dämmerung. Sie dauert etwa 30 bis 50 Minuten, je nach Ort. Es ist noch so hell, dass man draußen ohne künstliches Licht unterwegs sein kann. Danach folgt die sogenannte nautische Dämmerung, in der der Horizont noch erkennbar bleibt. Sterne werden sichtbar. Erst in der astronomischen Dämmerung wird es nahezu vollständig dunkel. Im Norden Deutschlands wird diese letzte Stufe rund um die Sommersonnenwende oft gar nicht mehr erreicht. Dort bleibt die ganze Nacht ein heller Schimmer am Himmel. In Süddeutschland gibt es dagegen für einige Stunden eine echte Nacht.



