Welterbe in Hessen: 35 Jahre Kloster Lorsch und 5 Jahre Mathildenhöhe
Welterbe in Hessen: 35 Jahre Kloster Lorsch, 5 Jahre Mathildenhöhe

Das jüngste und das älteste UNESCO-Welterbe in Hessen begehen in diesem Jahr kleine Jubiläen: Die Mathildenhöhe in Darmstadt wurde vor fünf Jahren, das Kloster Lorsch vor 35 Jahren in die Welterbeliste aufgenommen. Beide Stätten sind Zeugnisse des frühen Mittelalters und des Übergangs zur Moderne und ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an.

Kloster Lorsch: 35 Jahre Welterbe mit 340.000 Besuchern

Das Kloster Lorsch verzeichnete im Jahr 2025 mehr als 340.000 Besucher, wie die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen mitteilten. Das karolingische Tor, das einzige vollständig erhaltene Gebäude der Klosteranlage, ist ein Monument einstiger Macht. Daneben existieren noch eine Kirchenruine und Teile der Klostermauer. Der Legende nach sollen auf dem Areal Könige begraben sein, und auch Papst und Karl der Große (bis 814) waren hier zu Gast.

Unter Karl dem Großen wurde Lorsch zum Königskloster und erlangte mit mehr als 3.000 Besitzungen von der heutigen Schweiz bis nach Ostfriesland enorme Macht. 1556 wurde es im Zuge der Reformation aufgelöst. Die Deutsche UNESCO-Kommission würdigt auf ihrer Website: „Sie ist eines der wenigen Denkmäler aus der Zeit der Karolinger, das über die Jahrhunderte hinweg sein ursprüngliches Aussehen bewahrt hat und an die vergangene Größe eines einst mächtigen Klosters und seiner weitgreifenden Verbindungen in der Welt erinnert.“

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Mathildenhöhe: Fünf Jahre Welterbe und ein Schritt in die Moderne

Die Anerkennung der Mathildenhöhe in Darmstadt als Welterbe dauerte Jahre. Die Verantwortlichen sahen in dem Ensemble aus 15 Gebäuden – darunter Hochzeitsturm, russische Kapelle, Ausstellungshaus, Parkanlage und Skulpturen – nicht nur ein Jugendstil-Ensemble, sondern einen Schritt in die Moderne Richtung Bauhaus. Peter Behrens, einer der ersten Künstler, war später Lehrer von Walter Gropius.

Die Mathildenhöhe repräsentiert die künstlerische und kulturelle Entwicklung um 1900. Der Bau war nicht nur schöngeistig, sondern auch wirtschaftlich motiviert: Der hessische Großherzog Ernst Ludwig sah mangels Bodenschätzen einen wirtschaftlichen Aufschwung nur durch höhere Qualität der Manufakturen. Kunstförderung wurde zum Wirtschaftsfaktor. Es ging um Architektur, die Anlage und alltägliche Gebrauchsgegenstände in den Wohnungen.

Darmstadt war bei den Weltausstellungen in Paris 1900 und St. Louis 1904 vertreten. Die Mathildenhöhe wurde 2021 das siebte Welterbe in Hessen. Kürzlich begann der Bau eines Informationszentrums. Zum 125. Jahrestag der ersten Ausstellung 1901 erschien in diesem Jahr eine Sonderbriefmarke. Die Besucherzahlen entwickeln sich positiv: „Im vergangenen Jahr besuchten rund 660.000 Personen die Welterbestätte“, teilt die Stadt mit. Grundlage sind die erfassten Besucherzahlen des Museums, der Ausstellungsgebäude, des Hochzeitsturms und der Führungen. Ergänzend führt Darmstadt Marketing regelmäßige Zählungen auf dem Gelände durch.

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