Tausende Menschen haben am Abend in Palma de Mallorca gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 25.000, während die Veranstalter mit bis zu 40.000 gerechnet hatten. Die Protestaktion stand unter dem Motto „Mallorca am Limit“ und wurde bereits zum dritten Mal in Folge von der Initiative „Menys Turisme, Més Vida“ („Weniger Tourismus, mehr Leben“) organisiert.
Protestzug durch die Innenstadt von Palma
Die Demonstranten versammelten sich zunächst auf der Plaza de España im Zentrum der Hauptstadt. Anschließend zog der Zug durch die Innenstadt zur Kathedrale, wo später ein Manifest verlesen wurde. Viele Teilnehmer trugen selbstgebastelte Plakate mit Aufschriften wie „Mallorca overbooked“ oder „Keine Kapazität mehr“. Ein Sprecher der Veranstalter sagte vor Journalisten: „Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wollen wir unsere Meinung kundtun.“ Der Zeitpunkt sei bewusst in die Hauptreisezeit gelegt worden, die Ende Juli und Anfang August die meisten Urlauber auf die Insel bringt.
Zentrale Forderung: Begrenzung der Besucherzahlen
Die zentrale Forderung der Protestierenden ist eine Begrenzung der Besucherzahl. Sie machen die steigende Zahl der Urlauber und Ferienwohnungen für die drastische Wohnungsnot verantwortlich. Viele Menschen mit normalem Einkommen könnten sich auf der Insel kaum noch eine Wohnung leisten, beklagen die Organisatoren. Zudem führen Nachbarschaftsverbände, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen Probleme wie Verschmutzung, Staus, Lärm und die Zerstörung der Natur auf den Massentourismus zurück.
Keine Zwischenfälle bei der Kundgebung
Bei der Kundgebung sollte die deutsch-mallorquinische Sängerin Maria Hein die Mallorca-Hymne „La Balanguera“ singen. Nennenswerte Zwischenfälle oder Angriffe mit Wasserspritzpistolen auf Urlauber, wie sie bei früheren Protesten in Barcelona oder Madrid vorgekommen waren, wurden in Palma nicht gemeldet. Die Demonstration verlief friedlich.



