Berliner Schulplatzvergabe: 3000 Kinder ohne Wunschschule – Kommentar
3000 Kinder ohne Wunschschule: Berliner Schulplatz-Misere

Berliner Schulplatzvergabe: 3000 Kinder ohne Wunschschule

Etwa 3000 Kinder in Berlin haben an diesem Wochenende traurige Post erhalten: Sie wurden nicht an ihrer Wunschoberschule aufgenommen. Die Situation an den Oberschulen sei untragbar, schreibt Chefredakteur Peter Schink in seinem Kommentar. Er fordert eine grundlegende Verbesserung des Systems.

Zu Beginn des Wochenendes wirft Schink einen Blick auf Neuerungen in der Stadt. So sollen künftig das Museum für Naturkunde, der Hamburger Bahnhof, das Futurium und das Medizinhistorische Museum der Charité die „MuseumsMeileMitte“ bilden. Zum Start gibt es ein Nachbarschaftsfest. Vor der Sanierung des Schlosses Bellevue wird dieses ab heute zur Kunstgalerie – bis zum 28. Juni. Intendantin Shermin Langhoff verabschiedet sich mit einer Party am Gorkitheater, während Helene Fischer im Olympiastadion singt. Schink freut sich persönlich auf die neue S-Bahn-Linie S15, die jedoch erst Anfang nächster Woche fährt.

Die Schulplatzvergabe: Eine Frage der Sichtweise

„Im Leben ist eigentlich fast alles eine Frage der Sichtweise“, schreibt Schink. So auch bei der Vergabe der Oberschulplätze. Tausende Kinder und Eltern warten seit Wochen auf die Entscheidung, wo die nächsten Jahre bis zum Schulabschluss verbracht werden. In dieser Woche wurden die Bescheide verschickt. Besonders in Bezirken mit Platzmangel gibt es Enttäuschung.

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Der Schulstadtrat von Pankow, Jörn Pasternack (CDU), freut sich: „Besonders erfreulich ist, dass 91,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit einem Erstwunsch in Pankow auch einen Schulplatz im Bezirk erhalten konnten.“ Das sind 2968 Bescheide – und 62 Schüler müssen künftig in einen anderen Bezirk pendeln. „Ist das jetzt gut oder schlecht?“, fragt Schink. Der Stadtrat findet lobende Worte, 62 Familien werden ihm widersprechen. In anderen Bezirken ist die Lage noch schlimmer: In Spandau konnten 323 Kinder an keine ihrer drei Wunschschulen, in Marzahn-Hellersdorf sind es 230. Insgesamt rund 3000 Schüler werden ab Herbst Schulen besuchen, die sie nicht gewählt haben.

Schink erinnert sich an seine eigene Schulzeit: „Ich hatte nach der Grundschule die freie Wahl mehrerer Schulen. Habe mich für die entschieden, die ich besuchen wollte. Und fand das damals eine Selbstverständlichkeit.“ Für die heutigen Kinder wünscht er sich dasselbe. „In Berlin ist das seit Jahren undenkbar. Viele Kinder kommen an keine ihrer Wunschschulen. Das muss sich dringend ändern.“

Weitere wichtige Themen

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) tourte durch Brasilien – möglicherweise ihre letzte Dienstreise. Reporter Joachim Fahrun bescheinigt ihr einen guten Job. Die EU nennt die neue Einrichtung am Flughafen BER eine Außengrenzeinrichtung, Kritiker sprechen von einem Gefängnis. Innerhalb von sechs Wochen entscheidet sich dort das Schicksal von Asylsuchenden mit geringen Bleibeaussichten. Maximal 40 Menschen finden Platz. Reporter Alexander Rothe hat die Einrichtung besichtigt.

Das Russische Haus liegt gegenüber der Redaktion in der Friedrichstraße. Eine Institution, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte, da dort mit deutschen Steuergeldern russische Propaganda betrieben wird. Der Leiter ist nun überraschend ausgereist.

Für Pendler wird es ab Montag anstrengend: RE1 und RE7 enden an den Bahnhöfen Charlottenburg und Ostbahnhof, auch für Regional- und Fernzüge ändert sich vieles.

Schink wünscht den Lesern ein entspanntes Wochenende.

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