Adipositas in Bayern: Nürnberg hat die meisten Betroffenen
Adipositas: Nürnberg Spitzenreiter in Bayern

In Bayern gibt es deutliche regionale Unterschiede bei Adipositas: Nürnberg verzeichnet laut einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) den höchsten Anteil betroffener Menschen im Freistaat. Rund 16,2 Prozent der Versicherten in der Frankenmetropole gelten als stark übergewichtig. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Kasse hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde.

Stadt-Land-Gefälle bei starkem Übergewicht

Die Daten zeigen ein klares Stadt-Land-Gefälle: Während in Nürnberg fast jeder sechste TK-Versicherte betroffen ist, sind es in ländlichen Regionen wie Oberbayern oder Niederbayern teils deutlich weniger. In Rosenheim etwa liegt der Anteil bei nur 9,8 Prozent, in Passau bei 10,1 Prozent. Insgesamt sind in Bayern etwa 12,5 Prozent der TK-Versicherten von Adipositas betroffen – das sind rund 150.000 Menschen.

„Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die nicht nur das individuelle Wohlbefinden beeinträchtigt, sondern auch das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellt“, betont Barbara Ganshorn, Leiterin der TK-Landesvertretung Bayern. „Die regionalen Unterschiede zeigen, dass wir gezielte Maßnahmen in den betroffenen Städten und Gemeinden brauchen.“

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Ursachen und Risikofaktoren

Als Hauptursachen für das starke Übergewicht gelten Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und genetische Veranlagung. In Städten wie Nürnberg kommen oft stressbedingte Essgewohnheiten und ein hoher Anteil an Fast-Food-Angeboten hinzu. Auch sozioökonomische Faktoren spielen eine Rolle: In Stadtteilen mit niedrigem Einkommen ist der Anteil adipöser Menschen deutlich höher als in wohlhabenden Vierteln.

Die TK-Auswertung basiert auf den Abrechnungsdaten von rund 1,2 Millionen Versicherten in Bayern. Dabei wurden nur Personen ab 18 Jahren berücksichtigt. Als adipös gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index von 30 oder höher.

Folgeerkrankungen und Kosten

Adipositas erhöht das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme. Nach Angaben der TK entstehen dadurch in Bayern jährlich Kosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die Kasse fordert daher ein Umdenken in der Prävention: Statt nur auf individuelle Appelle zu setzen, müssten strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden – etwa mehr Bewegungsangebote in Schulen und Betrieben sowie eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln.

„Wir brauchen eine Gesellschaft, die Übergewicht nicht stigmatisiert, sondern aktiv unterstützt, gesünder zu leben“, sagt Ganshorn. Die TK bietet ihren Versicherten verschiedene Programme zur Gewichtsreduktion an, darunter Online-Kurse und persönliche Beratung.

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