Akku explodiert im Rucksack: Mann und Junge auf Fahrradtour schwer verletzt
Ein dramatischer Vorfall erschütterte am Dienstagnachmittag die kleine thüringische Gemeinde Jüchsen (1450 Einwohner). Ein 45-jähriger Mann und ein neunjähriger Junge waren gegen 17:00 Uhr mit ihren Fahrrädern auf der Straße des Friedens unterwegs, als es ohne jede Vorwarnung zu einer heftigen Explosion kam. Im Rucksack des Mannes detonierte der Akku eines Elektro-Quads – die genaue Ursache ist noch unklar.
Kleidung sofort in Flammen – Anwohner leisten erste Hilfe
Durch die Detonation fing die Kleidung des 45-Jährigen sofort Feuer. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei eilten Anwohner dem Mann zu Hilfe und löschten die Flammen zunächst mit Wasser aus Gießkannen. Andere Bewohner alarmierten den Notarzt. Die Feuerwehr und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an, ein Rettungshubschrauber landete auf einem nahegelegenen Feld.
Polizeisprecherin Anne-Kathrin Seifert berichtete gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Der 45-Jährige erlitt schwerste Verletzungen am Rücken und an seiner linken Körperhälfte und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Halle geflogen werden. Das Kind wurde leicht verletzt.“ Zudem seien durch umherfliegende Trümmerteile eine Hecke und eine Wiese in Brand geraten, die jedoch schnell unter Kontrolle gebracht wurden.
Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen
Was genau die Akku-Explosion auslöste, ist derzeit noch völlig unklar. Die Kriminalpolizei in Suhl hat die Ermittlungen aufgenommen. Spezialisten für Brand- und Explosionsursachen sollen die genauen Umstände des Unglücks klären. Es wird geprüft, ob der Akku einen Defekt aufwies oder ob äußere Einflüsse – etwa die hohen Temperaturen des Tages – eine Rolle gespielt haben könnten.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Lithium-Ionen-Akkus auf, die in vielen Elektrogeräten und Fahrzeugen verbaut sind. Erst vor wenigen Monaten hatte ein ähnlicher Fall in Thüringen für Schlagzeilen gesorgt, als ein E‑Scooter-Akku in einer Wohnung Feuer fing. Die Polizei rät dringend, Akkus nur mit zugelassenen Ladegeräten zu laden und sie keiner direkten Sonneneinstrahlung oder extremen Temperaturen auszusetzen.
Der schwer verletzte Mann wird in der Spezialklinik in Halle (Sachsen-Anhalt) intensivmedizinisch behandelt. Über seinen Zustand konnten die Ärzte bislang keine genaue Prognose abgeben. Der neunjährige Junge wurde ambulant versorgt und ist nach Angaben seiner Familie auf dem Weg der Besserung. Die Gemeinde Jüchsen zeigte sich tief betroffen von dem Unglück und bot den Angehörigen psychologische Unterstützung an.



