Deutsche Bahn schließt Taubenhaus am Südkreuz: Tierschützer warnen
Bahn schließt Taubenhaus: Tierschützer warnen vor Folgen

Die Deutsche Bahn will das „Taubenhaus“ am Berliner Bahnhof Südkreuz schließen. Die Anlage, die seit 2017 die Stadttaubenpopulation auf dem Bahngelände kontrolliert, soll 2028 aufgegeben werden. Tierschützer und Politiker warnen vor den Folgen: Ohne den Schlag könnten sich die Tauben unkontrolliert vermehren und gesundheitliche sowie hygienische Probleme verursachen.

Erfolgreiches Projekt seit 2017

Das Taubenhaus am Südkreuz beherbergt mehrere Hundert Tiere. Es wurde 2017 von Tierschützern in Zusammenarbeit mit der Bahn eingerichtet, um die Taubenpopulation auf humane Weise zu regulieren. Die Tiere werden artgerecht gefüttert, ihre Eier gegen Attrappen ausgetauscht, um die Vermehrung zu kontrollieren, und kranke Vögel werden behandelt. Dadurch bleibt die Anzahl der Tauben stabil, und sie suchen nicht das Bahnhofsgebäude auf, was Verschmutzungen und Schäden verhindert.

Gründe für die Schließung

Die Deutsche Bahn begründet die Schließung mit baulichen Maßnahmen: Das Gelände werde für den Ausbau des Bahnhofs benötigt. Ein Sprecher der Bahn sagte: „Wir bedauern die Schließung, sehen aber keine Alternative, da der Standort für Infrastrukturprojekte benötigt wird.“ Tierschützer kritisieren, dass die Bahn keine Ausweichfläche anbietet. „Ohne das Taubenhaus werden die Tauben in den Bahnhof ziehen und sich explosionsartig vermehren“, warnt eine Sprecherin des Berliner Tierschutzvereins.

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Folgen für Mensch und Tier

Ohne Kontrollmaßnahmen könnte die Taubenpopulation am Südkreuz massiv ansteigen. Stadttauben vermehren sich bis zu sechsmal im Jahr und können Krankheiten wie Chlamydiose übertragen. Zudem verursachen ihre Hinterlassenschaften Schäden an Gebäuden und Gleisanlagen. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat sich bereits eingeschaltet: „Wir fordern die Bahn auf, eine alternative Lösung zu finden, bevor der Schlag geschlossen wird“, so ein Sprecher des Bezirksamts.

Politischer Druck wächst

Die Berliner Landespolitik zeigt sich besorgt. Der grüne Abgeordnete Stefan Ziller erklärte: „Das Taubenhaus ist ein Erfolgsmodell für tierschutzgerechte Stadtentwicklung. Die Schließung wäre ein Rückschritt.“ Der Tierschutzverein hat eine Petition gestartet, die bereits über 10.000 Unterschriften gesammelt hat. Die Bahn bleibt jedoch bei ihrem Plan: „Wir prüfen alternative Standorte, aber derzeit gibt es keine konkreten Optionen.“

Ausblick und Forderungen

Bis 2028 bleibt das Taubenhaus in Betrieb. Tierschützer fordern, dass die Bahn gemeinsam mit der Stadt eine Ersatzfläche findet. „Es darf nicht sein, dass ein erfolgreiches Projekt einfach aufgegeben wird, ohne eine Alternative zu schaffen“, so der Tierschutzverein. Die Zeit drängt: Ohne Umzug droht das Gleichgewicht der Taubenpopulation am Südkreuz zu kippen.

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