Berlin gedenkt Gewaltopfern: 451 Schutzplätze fehlen
Berlin gedenkt Gewaltopfern: 451 Schutzplätze fehlen

Mit symbolisch aufgestellten roten Schuhen und einer Mahnwache vor dem Rathaus Schöneberg hat die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e. V.) am Mittag an getötete Frauen erinnert. Gleichzeitig protestierten Mitarbeitende von Anti-Gewalt-Projekten gegen die prekäre Lage in Frauenhäusern und Beratungsstellen. Laut BIG werden in Berlin täglich 10 bis 15 Frauen und ihren Kindern mitgeteilt, dass kein freier Platz in einem Frauenhaus verfügbar ist. Nach den Vorgaben der Istanbul-Konvention fehlen in der Hauptstadt 451 Schutzplätze für betroffene Frauen.

Protest vor dem Rathaus Schöneberg

Die Demonstration begann um 12.00 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg. Die Teilnehmenden gedachten einer getöteten und einer verletzten Frau. Die Aktion „Rote Schuhe“ ist ein etabliertes Symbol, das bei jedem Femizid aufgestellt wird, um gemeinsam der Toten zu gedenken und ein Zeichen gegen patriarchale Gewalt zu setzen. „Patriarchale Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem und es braucht eine starke solidarische Antwort der Zivilgesellschaft und besonders der Landschaft sozialer Institutionen“, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

Forderungen der Initiative

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fordern den bundesweiten Ausbau von Frauenhausplätzen, bezahlbaren Wohnungsbau sowie therapeutische Angebote für Betroffene. Zudem sollen Polizei, Richterinnen und Richter sowie Jugendämter verpflichtend zu häuslicher Gewalt fortgebildet werden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Frauenhäusern zum Schutz hochgefährdeter Frauen und Kinder müsse verbessert werden. Schließlich sei Bildungsarbeit an Schulen notwendig, um präventiv zu wirken.

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„Sorge um Frauen nicht mehr zumutbar“

Die Organisatorinnen betonen, dass die Zustände im Arbeitsfeld nicht mehr tragbar seien: „Es gibt viel zu wenig Stellen, um den hohen Bedarf an Unterstützung zu decken; die Sorge um die vielen Frauen, die keinen Schutzplatz finden, ist nicht mehr zumutbar.“ Deshalb werde während des Gedenkens die Arbeit niedergelegt.

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