Der Bevölkerungsschutztag in Bobingen lockte am Wochenende zahlreiche Interessierte auf das Gelände der örtlichen Feuerwehr. Veranstalter waren die Stadt Bobingen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Augsburg und den Hilfsorganisationen.
Unter dem Motto „Gut vorbereitet – sicher leben“ erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Schauübungen, Informationsständen und Mitmachaktionen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie verhalte ich mich im Katastrophenfall richtig?
Reale Szenarien: Von der Menschenrettung bis zum Fettbrand
Ein besonders eindrucksvolles Bild bot die simulierte Rettung einer eingeklemmten Person nach einem Verkehrsunfall. Mit hydraulischem Rettungsgerät öffneten die Feuerwehrleute das Wrack und übergaben die Person an den Rettungsdienst. Die Zuschauer bekamen so einen seltenen Einblick in die Abläufe einer technischen Rettung.
Auch das Thema Fettbrand sorgte für Aufsehen. Beim Löschtraining wurde gezeigt, warum brennendes Öl niemals mit Wasser gelöscht werden darf. Stattdessen komme ein passender Deckel oder ein Feuerlöscher zum Einsatz, hieß es vor Ort.
Die Rettungshundestaffel des Landkreises präsentierte derweil, wie ihre Hunde auch in unübersichtlichem Gelände vermisste Menschen sicher aufspüren. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer erläuterten die Ausbildung der Tiere.
Vorsorge-Tipps für den Ernstfall
An zahlreichen Ständen drehte sich alles um die Katastrophenvorsorge. Besonders stark wurde die Warn-App NINA nachgefragt, mit der sich Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Gefahrenlagen informieren können. Ergänzend zeigten die Aussteller, wie ein Notvorrat für zehn Tage richtig zusammengestellt wird.
Die Experten der Verbraucherzentralen erklärten, welche Vorräte sich lohnen und wie sie auch für den täglichen Gebrauch genutzt werden können. Eine Rolle spielt auch die Stromversorgung: Zeugt ein tragbares Radio oder ein Powerpack für das Handy sind im Ernstfall wertvoll.
Diese Utensilien gehören in jeden Notfallkoffer
- Kopie aller wichtigen Dokumente
- Bargeld und Münzen
- Medikamente und Verbandsmaterial
- Taschenlampe mit Ersatzbatterien
- Radio (bevorzugt mit Akku oder Kurbel)
- Wasser und Stärkungsnahrung
- Warme Kleidung und Decke
- Hygieneartikel und Masken
Die Liste ist nicht abschließend, betonten die Berater. Sie soll als Grundlage dienen, um die eigene Familie auf den Ernstfall vorzubereiten und die ersten Stunden ohne externe Hilfe zu überbrücken.
Spielerisches Lernen für die Jüngsten
Der Bevölkerungsschutztag zielte auch auf Kinder ab. Die Jugendfeuerwehr Bobingen hatte einen Hindernisparcours aufgebaut, bei dem ein Löschschlauch möglichst schnell ausgerollt werden musste. Beim THW konnten die Kinder an einem Mini-Bagger Geschicklichkeit üben. Ein Glücksrad mit Fragen zum Thema Notruf und Brandschutz sorgte für zusätzliche Unterhaltung.
Eltern nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Kindern zu üben, wie man einen Notruf absetzt. Dabei wurde auch erklärt, dass die 112 in ganz Europa gebührenfrei erreichbar ist und dass man den Notruf niemals missbrauchen darf.
Gemeinsam für mehr Sicherheit
Der Bevölkerungsschutztag in Bobingen zeigte, dass Katastrophenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Die enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Hilfsorganisationen und der Bevölkerung wurde an diesem Tag spürbar. Organisatoren und Helfer zogen ein positives Fazit: Man habe viele Besucher erreicht und wichtige Impulse zur Eigenvorsorge gegeben.
In den kommenden Veranstaltungen soll das Angebot weiter ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem zusätzliche Vorträge zu Themen wie Hochwasserschutz und Energiekrise. Auch der Bevölkerungsschutztag 2025 in Bobingen steht bereits in der Planung – rechtzeitig informiert die Stadt auf ihrer Website und über die Warn-App.



