Ein Kleintransporter ist am Montagvormittag an einem Kreisverkehr an der A96 bei Bad Wörishofen in Brand geraten. Der Fahrer erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Der Vorfall ereignete sich gegen 10:15 Uhr auf dem Kreisverkehr, der die Bundesstraße B16 mit der Anschlussstelle Bad Wörishofen verbindet. Mehrere Autofahrer hätten den Notruf gewählt, nachdem sie eine starke Rauchentwicklung bemerkt hatten, berichtete die Polizeiinspektion Mindelheim. Als die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Türkheim an der Einsatzstelle eintrafen, stand der Wagen bereits in Vollbrand. Die Flammen griffen auf die Ladung über, die aus Bauwerkzeugen bestand. Qualm zog über die gesamte Verkehrsfläche hinweg und beeinträchtigte die Sicht auf der Autobahn.
Der 48-jährige Fahrer aus dem Landkreis Unterallgäu konnte sich unmittelbar nach dem Brandausbruch selbst aus dem Führerhaus befreien. Ein zufällig vorbeikommender Notarzt leistete Erste Hilfe, bis der Rettungswagen eintraf. Der Mann wurde mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in das Klinikum Mindelheim gebracht. Die Ärzte behielten ihn vorsorglich zur Beobachtung. Lebensgefahr bestand nach Auskunft der Polizei zu keinem Zeitpunkt.
Feuerwehr verhindert Brandausbreitung
Die Freiwillige Feuerwehr Türkheim rückte mit drei Löschfahrzeugen und 18 Einsatzkräften aus. Kurze Zeit später kam die Feuerwehr Bad Wörishofen mit einem Tanklöschfahrzeug und sieben weiteren Helfern hinzu. Insgesamt waren also 25 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie leiteten sofort eine Riegelstellung ein, um ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Wald und eine Feldhecke zu verhindern. Mit Schaum und einem C-Rohr brachten sie das Feuer nach etwa 20 Minuten unter Kontrolle.
„Dank des schnellen Eingreifens konnte ein größerer Flächenbrand verhindert werden“, sagte der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Türkheim, Markus Mayer. Nach dem Löschen untersuchten die Einsatzkräfte den ausgebrannten Transporter mit einer Wärmebildkamera. Dabei entdeckten sie mehrere Glutnester, die sie gezielt ablöschten. Anschließend wurde das Fahrzeug mit einem Kran auf einen Abschleppwagen geladen.
Vollsperrung und kilometerlanger Stau
Während der Lösch- und Bergungsarbeiten war der Kreisverkehr an der Anschlussstelle für etwa eine Stunde vollständig gesperrt. Die Polizei richtete eine weiträumige Umleitung über die B16 und durch die Ortsstraßen von Türkheim und Bad Wörishofen ein. Auf der A96 bildeten sich Staus von bis zu fünf Kilometern Länge. In Fahrtrichtung München reichte der Rückstau zurück bis zur Anschlussstelle Mindelheim, in der Gegenrichtung bis zum Autobahnkreuz Memmingen. Auch auf den Ausweichstrecken kam es zu erheblichen Behinderungen.
Die Straßenmeisterei Mindelheim war mit zwei Fahrzeugen vor Ort, um ausgelaufenen Treibstoff mit Bindemittel abzustreuen und Trümmerteile zu beseitigen. Gegen 11:35 Uhr wurde der Kreisverkehr wieder freigegeben. Der Sachschaden wird von der Polizei auf rund 25.000 Euro geschätzt. Der Transporter hat einen Wert von etwa 20.000 Euro, die darin gelagerten Werkzeuge machten den Rest aus.
Ermittlungen laufen – Zeugen gesucht
Die Kriminalpolizei Mindelheim hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Technische Defekte, etwa in der Elektrik oder am Motor, sowie Brandstiftung werden gleichermaßen geprüft. „Wir haben noch kein endgültiges Ergebnis“, erklärte Polizeisprecherin Sabine Fischer. „Ein Sachverständiger ist angefordert.“ Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zur Fahrweise des Transporters machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei Mindelheim zu melden.
Besonders wichtig ist den Ermittlern der Fahrer eines weißen Vans, der sich unmittelbar hinter dem brennenden Transporter in Richtung Lindau bewegt haben soll. Dieser Fahrer könnte möglicherweise die entscheidenden Hinweise zur Entstehung des Feuers liefern. Auch weitere Verkehrsteilnehmer, die auf dem Kreisverkehr gewartet haben, werden als Zeugen gesucht.
Der Kreisverkehr an der Anschlussstelle Bad Wörishofen ist ein zentraler Knotenpunkt im Unterallgäu. Er verbindet die B16 mit der A96 und wird täglich von rund 15.000 Fahrzeugen befahren. Die A96 selbst ist die wichtigste Verkehrsader zwischen dem Bodenseeraum und München. In den vergangenen Jahren gab es an diesem Knotenpunkt wiederholt Unfälle, aber nur selten Brände. Der heutige Einsatz zeigt, wie wichtig eine funktionierende Rettungskette ist, um größeren Schaden zu verhindern.



