Frankreichs Briefträger: Neue Sozialarbeiter für Senioren
Briefträger als Sozialarbeiter in Frankreich

Die französische Post hat einen neuen Service eingeführt: Briefträger besuchen ältere Menschen zu Hause, um nach dem Rechten zu sehen. Der Dienst trägt den Namen „Auf meine Eltern aufpassen“ und ist kostenpflichtig. Damit reagiert das Unternehmen auf den Rückgang der Briefzustellung und den wachsenden Bedarf an sozialer Unterstützung für Senioren.

Ein Dienst für alleinstehende Senioren

Der Briefträger ist für viele ältere Menschen eine Vertrauensperson. Er kommt täglich, man kennt ihn, und er hat oft einen Schlüssel zum Hauseingang. Dieses Vertrauensverhältnis nutzt die französische Post nun geschäftlich: Postboten und Postbotinnen können für kurze Besuche in der Wohnung gebucht werden – ein- bis sechsmal pro Woche. Dabei prüfen sie nicht nur das Wohlbefinden, sondern schauen auch in den Kühlschrank, ob genügend Lebensmittel vorhanden sind.

Reaktion auf sinkende Briefmengen

Die Zahl der Briefe ist in Frankreich in den letzten Jahren drastisch gesunken. Die Post sucht daher nach neuen Geschäftsfeldern. Der Seniorenservice ist einer dieser Wege, um die flächendeckende Präsenz der Briefträger wirtschaftlich zu nutzen. Laut Angaben des Unternehmens sind bereits Tausende Kunden angemeldet.

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Sozialer Nutzen und Kosten

Der Dienst richtet sich vor allem an Angehörige, die beruflich oder räumlich nicht in der Lage sind, sich regelmäßig um ihre Eltern zu kümmern. Die Kosten für einen Besuch liegen bei etwa 20 Euro pro Woche, je nach Häufigkeit. Damit ist das Angebot günstiger als viele private Pflegedienste.

Kritische Stimmen

Gewerkschaften und Sozialverbände sehen den Dienst zwiespältig. Sie befürchten, dass die Post damit staatliche Aufgaben übernimmt und die eigentliche soziale Arbeit vernachlässigt wird. Die Post betont jedoch, dass die Mitarbeiter speziell geschult werden und bei Auffälligkeiten sofort Hilfe holen.

Zukunftsperspektive

Die französische Post plant, den Service in den kommenden Jahren auszubauen. Auch andere europäische Postunternehmen beobachten das Modell mit Interesse. In Deutschland gibt es ähnliche Projekte bereits in ländlichen Regionen, allerdings in kleinerem Umfang.

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