Broad-Peak-Lawine: Alle zehn Kletterer tot, Purjas Leiche geborgen
Broad Peak: Alle zehn Kletterer tot, Purjas Leiche geborgen

Am Broad Peak im pakistanischen Karakorum hat sich die befürchtete Tragödie bestätigt: Alle zehn Bergsteiger, die am Donnerstag von einer Lawine erfasst worden waren, sind tot. Auch der Leichnam des bekannten Extremalpinisten Nirmal Purja ist gefunden und von der Unglücksstelle abtransportiert worden. Das Bodenrettungsteam bringe den Körper des nepalesisch-britischen Bergsteigers aus rund 5.700 Metern Höhe in ein niedriger gelegenes Camp, erklärte der Alpin Club Pakistan auf Instagram.

Purja starb gemeinsam mit neun weiteren Bergsteigerinnen und Bergsteigern aus Nepal, Pakistan, China, den USA und dem Oman. Die Gruppe war auf dem Weg zum Gipfel des Broad Peak, als die Lawine sie in etwa 6.600 Metern Höhe erfasste. Der Kontakt zu dem Team war am Donnerstag abgerissen, berichtete die Bergsteigerorganisation. Nach Angaben von Naila Kiani vom pakistanischen Alpinismus-Verein ACP deuten die Daten der Ortungsgeräte darauf hin, dass die Kletterer mehrere hundert Meter den Hang hinabgeschleudert wurden. Ein Überleben war unter diesen Umständen nicht möglich.

Bergung unter extremen Bedingungen

„Die Bedingungen für die Bergung sind sehr schwierig“, sagte Kiani. Der Broad Peak ist mit rund 8.050 Metern der zwölfthöchste Berg der Erde. Seine Fels- und Eishänge gelten als lawinengefährdet, und die Rettung in dieser Höhe verlangt den Helfern höchste körperliche Leistungsfähigkeit ab. Drei Leichen seien bereits geborgen worden, so die Sprecherin. Die Regionalregierung von Gilgit-Baltistan hatte zuvor mitgeteilt, dass sich unter den Toten eine US-Amerikanerin, eine Omanerin und ein Nepalese befinden.

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Purjas Alpinismus-Unternehmen Elite Expeditions hatte seinen Tod am Samstag bestätigt. Mit dieser Bestätigung steht fest, dass keines der zehn Teammitglieder das Lawinenunglück am Broad Peak überlebt hat. Die Expedition war international besetzt – die Gruppe kam aus vier asiatischen Ländern und den USA.

Ein Rekordjäger auf den letzten Metern

Der 43-jährige Purja war dabei, ein einmaliges Projekt zu verwirklichen: Er wollte als erster Mensch alle 14 Achttausender der Erde zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff besteigen. Nach seiner Besteigung des Gasherbrum II fehlte ihm nur noch der Broad Peak, um dieses Ziel zu erreichen. In seinem letzten Beitrag auf der Plattform X am Montag schrieb Purja, der Broad Peak sei ursprünglich nicht Teil seines Plans gewesen – nach dem Erfolg am Gasherbrum II habe sich der fehlende Gipfel aber geradezu angeboten.

Purja hatte bereits 2019 alle 14 Achttausender innerhalb von sechs Monaten und sechs Tagen bestiegen und damit einen Rekord aufgestellt. 2021 gelang ihm gemeinsam mit neun weiteren Nepalesen die erste Winterbesteigung des K2 an der Grenze zwischen Pakistan und China. Seine Leistungen machten ihn zu einem der bekanntesten Extremsportler der Welt.

Vom Dokumentarfilm bis zum Bestseller

Die Netflix-Produktion „14 Peaks: Nothing is Impossible“ widmet sich Purjas Leistung aus dem Jahr 2019. Der Dokumentarfilm zeigt die extremen Wetterbedingungen, denen Bergsteiger in der Höhe ausgesetzt sind, und den Balanceakt zwischen Leben und Tod. Damit erreichte Purja ein Publikum weit über die Bergsteigerszene hinaus.

Bereits vor dem Film hatte Purja unter dem Namen Nimsdai Purja eine Autobiografie veröffentlicht. Die deutsche Ausgabe erschien 2022 unter dem Titel „Jenseits des Möglichen: 1 Mann, 6 Weltrekorde, 14 Achttausender“ und wurde ein Bestseller. Die Bergungsarbeiten für die übrigen Todesopfer am Broad Peak dauern unterdessen an.

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