Die Berliner Polizei hat für das Jahr 2025 insgesamt 443 Fälle sexualisierter Gewalt in Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) registriert. Wie die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf eine interne Statistik berichtet, war bei 43 dieser Taten ein Kind bis 14 Jahre das Opfer – das entspricht etwa jedem zehnten Fall. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da viele Betroffene aus Scham auf eine Anzeige verzichten.
Jedes zehnte Opfer ist ein Kind
Die Statistik zeigt ein erschreckendes Bild: 24 Fälle betrafen exhibitionistische und sexuelle Handlungen vor Kindern, 13-mal kam es zu sexuellen Handlungen an oder durch ein Kind. In fünf Fällen wurde auf Kinder durch pornografische Inhalte oder Reden eingewirkt. Zwei Fälle wurden als schwerer sexueller Missbrauch oder „sonstige Begehungsweisen“ eingestuft.
Unter den übrigen 399 Delikten befanden sich zwölf Vergewaltigungen und 32 sexuelle Übergriffe. Zudem wurden 194 sexuelle Belästigungen, 111 exhibitionistische Handlungen sowie 34 Fälle von „Erregung öffentlichen Ärgernisses durch sexuelle Handlungen“ registriert.
Die gefährlichsten Bahnhöfe
Als „gefährlichster“ Bahnhof gilt der U-Bahnhof Hermannplatz mit zehn registrierten Fällen. Es folgen Kottbusser Tor und Alexanderplatz mit je sieben Fällen sowie Jakob-Kaiser-Platz und Warschauer Straße mit je sechs. Jeweils fünf Fälle verzeichnen Gesundbrunnen, Eberswalder Straße, Rathaus Spandau, Zoologischer Garten und Hauptbahnhof.
Überraschend: Die meisten Taten wurden nicht nachts, sondern zwischen 15 und 17 Uhr registriert – also mitten im Berufsverkehr. Dies deutet darauf hin, dass die Täter die dichten Menschenmengen in vollen Bahnen ausnutzen.
Polizei und BVG gefordert
Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf. Die BVG verweist auf verstärkte Videoüberwachung und mehr Sicherheitspersonal, doch die Statistik zeigt, dass viele Delikte unerkannt bleiben. Die Polizei appelliert an Fahrgäste, Vorfälle sofort zu melden und sich an andere Fahrgäste zu wenden. Gerade im Berufsverkehr sollten Zeugen nicht wegsehen, sondern eingreifen und Hilfe holen.



