Harald Martenstein (72) schreibt in seiner täglichen Kolumne über Kaiser Caracalla, der im Jahr 212 fast allen frei geborenen Bewohnern des römischen Reiches das Bürgerrecht verlieh. Eine kluge Reform, doch Caracalla soll ein Scheusal gewesen sein. Sein Tod war besonders originell: Während eines Feldzugs stieg er vom Pferd, um sich am Wegesrand zu erleichtern, und einer seiner Leibwächter rammte ihm beim Urinieren eine Lanze in den Leib.
Die römische Kaiserstatistik: Jeder zweite ermordet
Neulich diskutierte Martenstein bei einem Essen übers alte Rom. Der Gastgeber erzählte, dass etwa die Hälfte der 82 römischen Kaiser ermordet wurde, meist von der eigenen Truppe. Es habe aber fast immer unfähige, dumme oder brutale Herrscher erwischt. Die Guten starben eher im Bett. Rom existierte viele Jahrhunderte, also war dieses System nicht ganz schlecht, so der Gastgeber.
Demokratie versus Autokratie: Gewaltfreie Abwahl
Martenstein dachte: In Demokratien wird man unbeliebte Regierungen leichter wieder los, vor allem gewaltfrei. Auf dem Heimweg fiel ihm ein, dass die USA auch an der Tötung etlicher Regierungschefs mitgewirkt haben, zuletzt Saddam Hussein (Irak) und im Iran Ajatollah Chamenei. Der schlaue Fidel Castro aber überlebte mehr als 600 Mordanschläge, unter anderem durch einen mit Bakterien verseuchten Taucheranzug, eine explodierende Zigarre und tödliche Body-Lotion. Castro sagte stolz, er sei Weltrekordhalter in puncto Attentate.
Caracalla: Der originellste Tod eines Kaisers
Doch Caracalla, so Martenstein, hatte den originellsten Tod. Die Kolumne endet mit Grüßen an Nero. Martenstein lädt Leser ein, ihm eine Meinung zu schreiben oder auf Fehler hinzuweisen.



