Der neue CDU-Spitzenkandidat in Berlin, Stefan Evers, hat ein entschlossenes Vorgehen gegen Hassgewalt angekündigt. „Jeder in dieser Stadt, ganz gleich woher er kommt, ganz egal, was er glaubt, ganz egal, wen er liebt, soll sich hier sicher und frei bewegen können“, sagte der 46-jährige Finanzsenator dem „Tagesspiegel“.
Evers: Diskriminierung und Übergriffe nicht hinnehmbar
Evers betonte, dass die Gesellschaft nicht tatenlos zusehen dürfe, wenn sich ein schwules Paar im Nollendorf-Kiez nicht sicher fühle oder jüdische Menschen mit Kippa in Neukölln bedroht würden. „Wenn sich jüdische Menschen mit einer Kippa nicht sicher durch Neukölln bewegen können, haben wir noch viel zu tun“, so der CDU-Politiker, der vergangene Woche zum Spitzenkandidaten ernannt wurde.
Hinter Vorurteilen und Übergriffen stünden häufig kulturelle Hintergründe oder religiös-fundamentalistische Strukturen. „Also müssen wir die Wortführer und Autoritäten zur Verantwortung ziehen“, forderte Evers. „Wir dürfen nicht Ruhe geben, bis auch dem Letzten klar ist, dass man sich in diesem Land an unsere Regeln zu halten hat.“
Bedrohliche Erfahrungen in der U7
Der verheiratete CDU-Politiker, der selbst schwul ist, berichtete von eigenen bedrohlichen Erfahrungen. „Wenn man händchenhaltend in der U7 unterwegs ist, kann es sehr unangenehme Situationen geben“, sagte er. „Und solange das so ist, dürfen wir im Kampf für Respekt und Vielfalt nicht nachlassen.“
Die U7 ist mit 40 Stationen die längste U-Bahn-Linie Berlins und verbindet Spandau im Westen mit Rudow im Südosten. Einige Bahnhöfe in Neukölln gelten als Kriminalitätsbrennpunkte.
Evers‘ Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheitslage in Berlin zunehmend in den Fokus rückt. Der Finanzsenator sieht die Notwendigkeit, klare Grenzen zu setzen und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Hass und Gewalt schüren.



