Die Berliner Polizei hat am frühen Morgen des 25. Juli 2024 den mutmaßlichen Täter des Messerangriffs auf dem Christopher Street Day (CSD) in Berlin erschossen. Der 27-jährige Abdul B. wurde bei einer Durchsuchung einer Gartenlaube in der Kleingartenkolonie 'Friedensburg' im Ortsteil Pankow von Beamten gestellt. Als er nach Polizeiangaben mit einem Messer auf die Einsatzkräfte zulief, eröffneten diese das Feuer. Abdul B. erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.
Hintergrund des Einsatzes: Verfolgung nach CSD-Attacke
Der Messerangriff hatte sich am 27. Juni 2024 während der CSD-Parade in Berlin-Mitte ereignet. Abdul B. soll multiple Personen mit einem Jagdmesser attackiert haben, bevor er floh. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Nach wochenlanger Suche führte eine heiße Spur die Ermittler zu der Laube in Pankow. „Durch gezielte Observation und Hinweise aus der Bevölkerung konnten wir den Aufenthaltsort von Abdul B. eingrenzen“, erklärte Polizeisprecherin Sandra Klee. Insgesamt sechs Personen wurden bei dem CSD-Angriff verletzt, zwei von ihnen schwer.
Der Einsatz in der Gartenlaube: Verlauf und Eskalation
Gegen 5:30 Uhr umstellte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Gartenparzelle. Die Beamten forderten Abdul B. lautstark auf, die Laube zu verlassen. Nach mehreren vergeblichen Aufforderungen öffnete dieser die Tür und kam bewaffnet mit einem Messer ins Freie. „Er ignorierte die wiederholten Warnungen und ging aggressiv auf die Polizisten zu. Daraufhin wurde Schusswaffengebrauch angeordnet“, so Klee weiter. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen zu dem Polizeischuss aufgenommen, wie es bei solchen Fällen üblich ist.
Auswirkungen und Reaktionen
Die CSD-Organisatoren zeigten sich betroffen, betonten aber die Notwendigkeit einer Aufklärung. „Wir vertrauen auf eine transparente Untersuchung des Polizeieinsatzes. Wichtig ist, dass die Sicherheit aller Beteiligten gewahrt bleibt“, sagte Pressesprecherin Maria Brandt. In der queeren Community löste die Nachricht gemischte Reaktionen aus: Einerseits Erleichterung über die Ergreifung des mutmaßlichen Täters, andererseits Sorge vor einer möglichen Eskalation von Gewalt. Menschenrechtsorganisationen forderten eine genaue Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Schusswaffeneinsatzes. Der Berliner Innensenator kündigte eine umfassende Stellungnahme für die kommenden Tage an.



