Rund 1.000 Menschen haben beim Christopher Street Day (CSD) in Eberswalde für Toleranz und Vielfalt demonstriert. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Viele Farben – ein Wir“ und wurde von einer Gegendemo aus der rechtsextremen Szene begleitet. Die Polizei sicherte den Zug vom Bahnhof ins Zentrum der Stadt nordöstlich von Berlin mit erhöhtem Schutz.
Friedlicher Verlauf trotz Gegenprotest
Ein Polizeisprecher berichtete, dass der Aufzug friedlich verlief. Die Veranstalter gaben die Teilnehmerzahl mit 1.000 bis 1.500 an, die Polizei schätzte etwa 1.000. An der Gegendemonstration beteiligten sich rund 50 Personen. Die rechtsextreme Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ hatte die Gegenversammlung angemeldet. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft diese Gruppe als gewaltorientierte subkulturelle Neonationalsozialisten ein, die in sozialen Medien aktiv ist und junge Mitglieder rekrutieren will. Die Polizei sorgte für ausreichenden Abstand zwischen beiden Lagern.
Stimmen aus der Community und Politik
Maximilian Armonies von den CSD-Organisatoren betonte: „Wir stehen für Zusammenhalt innerhalb der Community. Wir stehen für Vielfalt, Akzeptanz und Toleranz.“ Auch Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer unterstützte die Aktion per Instagram: „Seid gemeinsam laut für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität.“
Kleinerer Zwischenfall vor dem Start
Vor dem Start des CSD kam es zu einem kleineren Vorfall: Ein Teilnehmer der Gegendemo fotografierte, was ein CSD-Teilnehmer ablehnte und ihm auf den Arm schlug. Die Polizei registrierte den Vorfall.
Hintergrund: CSD und rechte Gegendemos
Der CSD erinnert an die Rechte queerer Menschen. Queer umfasst nicht-heterosexuelle Menschen sowie jene, die sich nicht mit traditionellen Geschlechterrollen oder gesellschaftlichen Normen identifizieren. Bundesweit kommt es immer wieder zu rechten Gegendemonstrationen gegen CSD-Veranstaltungen. Ende Mai gab es in Frankfurt (Oder) Proteste, bei denen die Polizei Gewalt verhinderte und Ermittlungen wegen verfassungswidriger Symbole einleitete. Im Juni 2025 attackierte eine Gruppe vermummter Männer eine Kundgebung des Bündnisses „Bad Freienwalde ist bunt“ in der nahen Kleinstadt. Parteien und Initiativen sprachen von einem rechtsextremistischen Angriff. Der CSD in Eberswalde stand daher unter verstärktem Polizeischutz.



