Rund 1.000 Menschen haben beim Christopher Street Day (CSD) in Eberswalde für Toleranz und Vielfalt demonstriert, begleitet von einer Gegendemonstration aus der rechtsextremen Szene. Unter dem Motto „Viele Farben – ein Wir“ zogen die Teilnehmer vom Bahnhof zum Zentrum der Stadt nordöstlich von Berlin, geschützt durch eine erhöhte Polizeipräsenz.
Friedlicher Verlauf trotz Gegenprotest
Nach Angaben eines Polizeisprechers verliefen sowohl der CSD als auch die Gegenversammlung friedlich. Die Veranstalter sprachen von rund 1.100 Besucherinnen und Besuchern des Christopher Street Days, während die Polizei von einer hohen dreistelligen Zahl ausging. An dem Protestzug, der von der Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ angemeldet wurde, beteiligten sich etwa 50 Personen.
Die Gruppierung wird vom Verfassungsschutz Brandenburg in seinem jüngsten Bericht den gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialisten zugerechnet, die in sozialen Medien aktiv sind und junge Mitglieder rekrutieren wollen. Die Polizei sorgte für einen Sicherheitsabstand zwischen den beiden Demonstrationen.
Statement für Vielfalt und Solidarität
„Beim CSD setzen wir ein Statement für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität“, sagte Maximilian Armonies von der CSD-Organisation Eberswalde vor der Veranstaltung. Auch Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer äußerte sich auf Instagram: „Seid gemeinsam laut für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität.“
Der erhöhte Polizeischutz war eine Reaktion auf einen Angriff im Juni 2025, bei dem eine Gruppe teils vermummter Männer eine Kundgebung des Bündnisses „Bad Freienwalde ist bunt“ in der nahen Kleinstadt attackiert hatte. Parteien und Initiativen stuften dies als rechtsextremistischen Angriff ein. Der CSD in Eberswalde fand daher unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.
CSD als Zeichen für queere Rechte
Der Christopher Street Day erinnert an die Rechte queerer Menschen. Der Begriff queer umfasst nicht-heterosexuelle Menschen sowie Personen, die sich nicht mit traditionellen Rollenbildern von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Bundesweit kommt es immer wieder zu Gegendemonstrationen aus der rechten Szene gegen CSD-Veranstaltungen. Ende Mai gab es Proteste gegen den CSD in Frankfurt (Oder). Laut Innenminister Jan Redmann (CDU) verhinderte die Polizei dort Gewalttaten, es wurden Ermittlungen wegen verfassungswidriger Symbole eingeleitet.



