Der mutmaßliche Terrorist des Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist identifiziert: Abdul Ballout. Der 27-Jährige wurde am Abend des 26. Juli 2026 bei einem Zugriff der Polizei erschossen, nachdem er mit einer Stichwaffe auf die Beamten zuging. Zuvor hatte er eine Spur der Verwüstung durch die Hauptstadt gezogen.
Die Route des Terrors
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr Ballout mit einem Kleintransporter eine Strecke von mehreren Kilometern durch das Berliner Stadtzentrum. Dabei überfuhr er mehrere Absperrungen und verletzte mindestens zwölf Menschen, drei von ihnen schwer. Die Fahrt endete an der Siegessäule, wo der Täter ausstieg und mit einem Messer auf Passanten einstach. Polizeisprecherin Tanja Jäger erklärte: „Die Rekonstruktion der Route zeigt eine gezielte Angriffsstrategie auf die CSD-Veranstaltung.“
Der Zugriff und seine Folgen
Spezialeinheiten der Berliner Polizei stellten Ballout wenig später am Bahnhof Zoologischer Garten. Als er mit der Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zuging, eröffneten diese das Feuer. Der Täter erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter forderte eine Aufklärung des Einsatzes: „Es muss geprüft werden, ob der Zugriff alternativlos war“, so Gewerkschafter Heiko Teggatz. Gleichzeitig räumte er ein: „Wir haben ein riesiges Problem mit dem Datenschutz bei der Überwachung von Gefährdern.“
Radikalisierung im Vorfeld
Nachbarn des Attentäters aus dem Berliner Bezirk Neukölln berichten, dass Ballout sich in den letzten Monaten zunehmend radikalisiert habe. „Man spürte, dass er auf Krawall aus war“, sagte ein Nachbar gegenüber der Bild. Ermittler fanden in seiner Wohnung islamistisches Propagandamaterial und ein Bekennervideo, in dem Ballout zur Nachahmung aufrief. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warnte: „Man kann Nachahmer nicht ausschließen. Die Sicherheitsbehörden müssen jetzt wachsam sein.“
Reaktionen der Politik
Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte am Folgetag einen Gottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche und rief die Bevölkerung trotz der Tat zum Feiern auf: „Feiern Sie wieder! Lassen Sie sich nicht einschüchtern.“ Tausende versammelten sich am Brandenburger Tor zu einer Gedenkveranstaltung. Die Opposition forderte im Bundestag schärfere Sicherheitsgesetze und eine bessere Vernetzung der Behörden. Die Innenministerkonferenz will noch diese Woche zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Hintergründe zu Abdul Ballout
Abdul Ballout war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt, aber nicht auf freiem Fuß. Er stand unter einer elektronischen Fußfessel. Nach ersten Erkenntnissen nutzte er die Lücke in der Überwachung, um den Anschlag zu planen. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung aufgenommen. Ob Ballout Kontakt zu anderen Islamisten hatte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.



