Edersee-Atlantis: Versunkene Dörfer tauchen bei Niedrigwasser auf
Edersee-Atlantis: Versunkene Dörfer tauchen auf

Am Edersee in Nordhessen tauchen aufgrund des sinkenden Wasserstands derzeit die ersten Teile des sogenannten „Edersee-Atlantis“ auf. Die versunkenen Ruinen der Dörfer Asel, Berich und Bringhausen, die 1913 für den Bau der Edertalsperre geflutet wurden, locken alljährlich Tausende Besucher an.

Aseler Brücke bereits begehbar

„Derzeit ist die Aseler Brücke schon draußen und kann überquert werden“, sagte eine Sprecherin der Edersee Marketing GmbH. „Langsam werden auch die Dorfstellen Alt-Bringhausen und Berich sichtbar.“ Noch unter Wasser befänden sich die Bringhäuser Brücke und das Sperrmauermodell. Das Phänomen tritt in diesem Jahr wegen ausbleibender Niederschläge vergleichsweise früh auf.

Hintergrund der Flutung

1913 wurden die drei im Edertal gelegenen Dörfer Asel, Berich und Bringhausen überflutet, um die Staumauer des Edersees zu errichten. Die Bewohner wurden umgesiedelt. Bei niedrigem Wasserstand werden die Überreste der versunkenen Orte sichtbar – ein beliebtes Fotomotiv und Ausflugsziel.

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Wasserstand als politischer Zankapfel

Der Wasserstand des Edersees im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist seit Jahren ein Politikum. Einerseits ist er für Tourismus und Wassersport in der nordhessischen Ferienregion entscheidend, andererseits dient er der Regulierung der Weser und des Mittellandkanals. Die Talsperre versorgt die Bundeswasserstraßen, damit sie schiffbar bleiben. Die 48 Meter hohe Staumauer kann rund 200 Millionen Kubikmeter Wasser stauen. Zuletzt lag der Füllstand bei etwa 227 Millionen Kubikmetern, was rund 30 Prozent der Kapazität entspricht.

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