Vor genau einem Jahr verunglückte die Extrembergsteigerin Laura Dahlmeier am Laila Peak im Karakorum in Pakistan tödlich. Nun erinnert sich ihr Kollege Lukas Wörle an die Tragödie und spricht über eine neue Dokumentation, die ihre letzte Expedition zeigt.
Die Nachricht vom Unglück
Lukas Wörle, selbst erfahrener Alpinist, befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls in Pakistan – auf einer Erstbesteigung im Shimshal-Tal, abgeschnitten von der Außenwelt. „Meine Freundin hat mir über Satellit geschrieben, dass es am Laila Peak diesen Unfall gab. Es war wirklich nur ein Einzeiler: Laura Dahlmeier ist am Laila Peak gestorben. Keine Details, keine weiteren Informationen“, erzählt Wörle im Interview.
Eine Wahrscheinlichkeitsrechnung
Wörle betont, dass Bergsteigen immer mit Risiken verbunden sei. „Am Ende ist Bergsteigen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung“, sagt er. Die Entscheidungen, die man am Berg treffe, basierten auf Erfahrung, Können und einer Einschätzung der Gefahren. Dennoch könne es immer zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen. Laura Dahlmeier war eine der profiliertesten Extrembergsteigerinnen Deutschlands. Sie hatte mehrere Achttausender bestiegen, darunter den Mount Everest und den K2. Ihr Tod am Laila Peak (6.986 Meter) schockierte die gesamte Bergsportgemeinschaft.
Die neue Dokumentation
Eine neue Dokumentation beleuchtet nun die letzte Expedition von Laura Dahlmeier. Der Film zeigt nicht nur die technischen Herausforderungen, sondern auch die Persönlichkeit der Bergsteigerin. Wörle, der die Doku vorab gesehen hat, ist fassungslos: „Es ist schwer zu sehen, wie jemand, den man kennt und schätzt, in so einer Extremsituation agiert. Man fragt sich immer: Hätte man etwas anders machen können? Aber am Ende bleibt die Tatsache, dass der Berg entscheidet.“
Die Dokumentation enthält auch Interviews mit Wegbegleitern und Experten, die die Risiken des Höhenbergsteigens analysieren. Ein zentrales Thema ist die Frage nach der Verantwortung jedes Einzelnen in einer Expedition. „Laura war extrem professionell und diszipliniert. Sie hat nie unnötige Risiken eingegangen“, so Wörle. „Aber selbst die beste Vorbereitung kann nicht alle Gefahren ausschließen.“
Die Bedeutung von Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier hinterlässt eine Lücke in der Bergsteigerszene. Sie war nicht nur für ihre Leistungen bekannt, sondern auch für ihre Bescheidenheit und ihren Teamgeist. „Sie hat immer das große Ganze gesehen und nie egoistisch gehandelt“, erinnert sich Wörle. Ihr Tod hat viele Alpinisten dazu bewegt, über die eigenen Grenzen nachzudenken. Die Dokumentation soll auch eine Mahnung sein, die Risiken des Bergsteigens nicht zu unterschätzen. „Wir müssen lernen, mit dem Risiko zu leben, aber auch die Signale des Berges zu respektieren“, appelliert Wörle.



