Ex-Olympia-Wasserspringer gesteht Pornosucht und fordert bessere Aufklärung
Ex-Olympia-Springer gesteht Pornosucht

Der ehemalige britische Wasserspringer Freddie Woodward (31) hat öffentlich gemacht, dass er jahrelang unter einer Pornosucht litt. Auf dem Höhepunkt suchte er bis zu zehnmal täglich Erwachsenen-Websites auf. Heute fordert er eine bessere Aufklärung, die nicht auf Scham, sondern auf Wissenschaft basiert.

Karriere begann mit sieben Jahren

Woodward, der 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio vom 3-Meter-Brett startete, begann im Alter von sieben Jahren mit dem Wasserspringen, nachdem Talentscouts des City of Sheffield Diving Club seine Grundschule besuchten. Die Sportart passte perfekt: „Ich habe mich sofort dafür begeistert“, sagte er der BBC.

Doch schon mit zwölf Jahren entdeckte er Internetpornografie und konsumierte regelmäßig sogenannte Hardcore-Inhalte. Als Teil der ersten Generation mit Breitband-Internetzugang merkte er schnell, dass die Sucht ihn vom Lernen abhielt: „Jedes Mal, wenn ich mich hinsetzte, um zu lernen, wollte ich eigentlich nur diese Seiten öffnen.“

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Sucht eskalierte während der Karriere

Mit 20 Jahren gewann Woodward Bronze bei den Commonwealth Games und erfüllte sich den Traum von Olympia. Doch parallel zu seinem sportlichen Aufstieg verschlimmerte sich seine Sucht. Er konsumierte täglich Pornos, manchmal bis zu zehnmal am Tag. „Wenn ich mal ein schlechtes Training hatte, war das immer das, worauf ich mich konzentrieren konnte“, erinnert er sich.

Etwa zur gleichen Zeit begann er, Nacktvideos und -fotos von sich selbst auf sozialen Plattformen wie Facebook und Instagram zu teilen – ein Verhalten, das er später als „eindeutig unverantwortlich“ bezeichnete. Die Bilder tauchten jedoch bald öffentlich im Internet auf. Seine damalige Freundin, die im Ausland lebte, erfuhr davon und beendete die Beziehung per Telefonat.

Scham und Zusammenbruch

„Ich schämte mich so sehr und war am Boden zerstört“, gestand Woodward. Trotz der Krise konnte er nicht mit dem Pornokonsum aufhören. 2018 beendete er seine Sportkarriere, doch erst 2025 gelang es ihm, die Sucht zu überwinden. Entscheidend war eine Änderung seiner Denkweise: weg vom Kampf gegen die Sucht, hin zu einer Identität als jemand, der keine Pornos schaut.

Forderung nach ehrlicher Aufklärung

Heute spricht sich Woodward für eine Aufklärung aus, die „nicht auf Scham basiert, sondern ehrlich und wissenschaftlich fundiert ist“. Er hofft, dass sein Bekenntnis andere Betroffene ermutigt, Hilfe zu suchen. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, Sucht offen anzusprechen und Betroffene zu unterstützen.

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