Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) hat Paul Ronzheimer im gleichnamigen Podcast mit Tugay Saraç gesprochen, einem ehemaligen Salafisten, der heute als Berater für Sicherheitsbehörden tätig ist. Saraç ist zudem schwuler Muslim und berichtete schonungslos über seine Vergangenheit in der extremistischen Szene.
Radikalisierung und Ausstieg aus der Salafisten-Szene
In dem mehr als 48-minütigen Gespräch schilderte Saraç, wie er selbst in die salafistische Szene hineingeriet. Er erzählte, dass er sogar darüber nachdachte, sich einer Terrorgruppe anzuschließen. Der Ausstieg gelang ihm schließlich mit Hilfe von Aussteigerprogrammen und persönlicher Reflexion. Heute berät er Behörden zum Thema Islamismus und Prävention.
Hass auf queere Menschen: Alltag in der Szene
Besonders erschreckend sei der Hass, der in salafistischen Kreisen auf queere Menschen herrsche. Laut Saraç werde Homosexualität nicht nur abgelehnt, sondern aktiv bekämpft. Der Anschlag auf den Berliner CSD sei ein trauriges Beispiel für die Gefahr, die von radikalen Islamisten ausgehe. Er betonte, dass dieser Hass nicht nur von Extremisten, sondern auch in Teilen der muslimischen Community verbreitet sei.
Die Rolle von Ex-Salafisten in der Sicherheitsarbeit
Saraç arbeitet heute eng mit Sicherheitsbehörden zusammen. Er hilft dabei, Radikalisierungsprozesse zu verstehen und frühzeitig zu erkennen. Seine persönliche Geschichte mache ihn zu einem glaubwürdigen Ansprechpartner, sowohl für potenzielle Aussteiger als auch für die Polizei. Der Podcast mit Ronzheimer gibt einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt eines ehemaligen Extremisten.
Die vollständige Folge ist auf BILD.de und allen Podcast-Plattformen verfügbar.



